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wurde und besonders das einen Ueberschuss produzierendeNorddeutschland diesen vor dem Zolle nicht nach denjenigenGegenden Deutschlands absetzte, wo man seiner bedurfte,sondern dass das Getreide wegen der Fracht- und Qualitäts-preise zumeist nach England und Skandinavien versandtund die dadurch grosser gewordene Lücke durch stärkereImporte aus dem Auslande ausgefiillt wurde.
Das deutsche Getreide hatte also einen einträglicherenAbsatz im Ausland gefunden, als es im Inland der Fall seinkonnte. Durch die Zölle wurde es wesentlich anders. DieGetreidezölle mit dem Identitätsnachweis versuchten dasdeutsche Zollgebiet gegen das Ausland abzuschliessen und— die bestehenden Verhältnisse ausseracht lassend — esdahin zu bringen, dass deutsches Getreide dem deutschenKonsumenten verbleibe. Solange der 1 Mk Zoll in Geltungwar, blieb der Erfolg noch aus. Denn wie aus denLondoner Notierungen vom Jahre 1880 1 ) hervorgeht,
') Otto Kuhn. „Die Aufhebung des Identitätsnachweises beider deutschen Getreideausfuhr“. Freiburg i/B. 1891, S. 15.
London notierte im Jahre 1880 fürrussischen Saxonska-Weizen Königsberger u. Danziger Weizen
(in Schilli
ng pro Q uarter)
ferner alter
neuer
Januar
54-55
62-63
55-61
Februar
51-53
59-60
52-57
März
53-56
59-61
52-57
April'
52-53
59-60
51-56
Mai
49-51
59-60
52-54
Juni
49-52
59-60
52-54
Juli
51-53
54-58
50-54
August
43-45
00-00
47-51
September
42-44
00-00
46-50
Oktober
00-00
00-00
00-00
November
50-51
58
50-52
Dezember
40-50
58
48-52
N. B.
Aus den Wochenberichten des „Ekonomist“
entnommen.
Indischer Weizen
Königsberger u. Danziger Weizen
Oktober
1879 50-52
54-60
November
1879 53-56
53-60
Dezember
1879 54-55
52-60
Januar
1880 55
59-63
N. B.
Private Mitteilung des Herrn I. E. Beerbohm, London ,
Herausgeber des „The Evening Corn Trade List“.