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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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brachte Danziger und Königsberger Getreide im Auslandausser kleineren Fraclitspesen doch noch einen die Wirkungdes 1 Mk Zoll überragenden Preis. Als aber 1881 Nord-westdeutschland und 1883 ganz Deutschland eine geringeErnte hatten, das Ausland dagegen bei reichen Ernten mitdringendem Angebot herantrat, da drang unter den Land-wirten die Strömung, die Getreidezölle zu erhöhen, durch.

Die Spekulation, welche an einen Erfolg derBestrebungen der Landwirtschaft glaubte, unterstützte durchihre Masseneinfuhr diese Tendenz.

Wirklich bewilligte auch der Reichstag im Jahre 1885in seiner überwiegenden Mehrheit eine Erhöhung des Zollesvon Weizen und Roggen auf 3 Mk, den Mehrzoll auf7,50 Mk p. 100 kg. u. s. w.

Infolge dieser Zollerhöhung ging der Getreidepreisim Inland im Verhältnis zum Weltmarktpreis in die Höhe,vor allem im südwestdeutschen Konsumptionsgebiete. Dasnordostdeutsche Getreide suchte dies auszunutzen. Alleindie sehr geringe Nachfrage nach stärkereichem Getreidebrachte es dahin, dass z. B. nordeutscher Weizen (sieheNotierungen von Mannheim 1 ) in Mannheim stets über 1 Mkp. 100 kg. billiger stand als ausländischer. Dazu kommendie erhöhten Frachtspesen, so dass den nordostdeutschenLandwirten von der Getreidezollerhöhung nicht einmalein 1/3 des erwarteten Gewinnes zufloss.

Vom neuem klagte die Landwirtschaft und drängteauf eine weitere Erhöhung der Getreidezölle. Die Regierung

') Kurszettel der Mannheimer Börseam 21. 10. 1886:

russischer Weizen Mk 1919 1 /» pro 100 kg.norddeutscher 17'/ 2 100

pfälzischer 18 ,, 100

im Oktober 1888:

norddeutscher Weizen Mk 21-2U/ 4 pro 100 kg.pfälzischer 20'/ 2 -21 100

südrussischer 221/^ 23 100

im Oktober 1889:

norddeutscher Weizen Mk 20 20 3 / 4 pro 100 kg.pfälzischer 2020>/ 2 100

südrussischer 20i/ 222 100