Aufhebung des Identitätsnachweises um den vollen Zoll-betrag, wie dies aus den Handelskammerberichten für denReg. Bez. Bromberg und Posen hervorgeht 1 ). DieseErhöhung der Getreidepreise hatte für die Provinz Posen eine grosse Bedeutung. In der Provinz Posen betrug imDurchschnitt der Jahre 1886—1908 jährlich der Mehrversand(cfr. Seite 18 und Tabelle II).
rund an Weizen 25 000 To.
„ Roggen 209 000 *
„ Gerste 71 000 „
„ Hafer 21 000 „
Gewinn der Provinz Posen alsGanzes aus der Zollpolitik.
Berechnet man auf Grund der ermässigten Capri-vischen Zölle (Weizen, Roggen 3,50 Mk, Gerste 2 Mk,Hafer 2,80 p. 100 kg.) für die Jahre 1894—1906 den fürdie Provinz Posen als Ganzes resultierenden Gewinn, sostellen sich die Zahlen wie folgt
i) So berichtet die Handelskammer zu Posen im Jahre 1894:
Wir bemerken, dass die Roggenpreise in Posen zur Zeitnoch niedriger wären, wenn es nicht durch die Aufhebung desIdentitäts-Nachweises ermöglicht worden wäre, das einheimischeGetreide zu exportieren.
Infolgedessen ist der Inlandpreis für Getreide jetzt umMk 35, — , den Zollbetrag, per Tonne höher als der Weltmarktpreis,der Schutzzoll kommt also im Verhältnis der inländischen zu denausländischen Getreidepreisen hierorts voll zur Geltung“.
Die Handelskammer zu Bromberg berichtet in demselben Jahre:
„Wenn man vielleicht berechtigt wäre, aus diesen erwiesener-massen durch die Aufhebung des Indentitätsnachweises ver-ursachten höheren Preisbestand des inländischen Getreides einenNachteil für die nächstgelegene hiesigen Müllerei zu folgern, soüberwiegt dieses die erfreuliche und aus landwirtschaftlichenKreisen bestätigte Tatsache, dass die Aufhebung des Identitäts-nachweises zwar keine allgemeine Preissteigerung des inländischenGetreides herbeigeführt, wohl aber einen nach den Weltmarkt-preisen, voraussichtlich zu erwartenden weiteren Rückgang derPreise für inländisches Getreide verhindert habe.