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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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kleinen Posten abgesehen, per Bahn ca. 53 965 Tonnen Mehljährlich ausgeführt hat. Zusammen mit dem Export perWasser betrug in den letzten Jahren der Mehlexport ca.80 000 Tonnen jährlich.

Die Absatzgebiete für Posener Mehl sind nach diesenAngaben zu ca über 1 / 3 die Provinz Schlesien, zu ca. 1 l iMitteldeutschland und der Rest ca. über '/ 3 aller Wahr-scheinlichkeit überseeischer Export (ich zähle hierzu die Bahn-ladungen nach den ostpreussischen und pommerschen Häfenund die überwiegende Zahl des Exports per Wasser, dernach privaten Mitteilungen über Stettin und Hamburg ver-schifft wird).

b) Der K 1 e i e h a n d e 1.

Trotz des für den Export arbeitenden Müllereigewerbesimportiert die Provinz Posen noch Kleie. Ich gebe auchfür die Kleie die Zahlen der Eisenbahnstatistik in der Ta-belle XVII an. Auf Basis dieser Zahlen errechne ich auchfür Kleie die Durchschnittsziffern der 3 Jahre 1906 1908und zwar aus dem Grunde, weil die Eisenbahnstatistik erstseit 1906 zwischen Ost- und Westpreussen unterscheidet.Jetzt erst zeigt es sich, dass die Zufuhren an Kleie in derHauptsache aus Westpreussen kommen. Hierzu muss manaber bemerken, dass in Westpreussen die noch zur Zeit fürKleiezufuhren bedeutendste Verbindungsbahn mit Russisch-Polen und Russland und zwar die Strecke Thorn-Alexan-drowo liegt. Ich glaube keinen zu grossen Fehler zu be-gehen, wenn ich den Kleieempfang aus Westpreussen demaus Russisch-Polen und Russland zuzähle. Denn die Mehr-zahl der Bahnladungen aus Russisch-Polen und Russland wird nach Alexandrowo avisiert, dort erst gewogen und ge-sackt und von Thorn erst an die Empfangsstelle dirigiert.In der Eisenbahnstatistik erscheinen diese Ladungen des-wegen als von Westpreussen kommend, in der Tat kommensie aber alle direkt aus Russisch-Polen und Russland. 1 )

') Diese meine Annahme wird dadurch bekräftigt, dass erstdurch dieses Verfahren die grossen Schwankungen der Spalte 57ausgeglichen werden, welche sonst unerklärlich wären. Denn dieSpalte 45 (Westpreussen) zeigt bis 1901 sehr geringe Ziffern, dienach 1901 sich stetig steigern, während die Spalte 57 (Polen) das