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Das Wirtschaftsleben der antiken Welt : Vorlesungen gehalten als Einl. z. Wirtschaftsgeschichte d. Mittelalters / von Lujo Brentano
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Die griechische Wirtschaftsentwicklung.

Mittelmeer die große Handelsstraße der Griechen gewesen.Seit die Griechen in Ägypten und Asien die Herren ge-worden waren, nahm der Landhandel einen mächtigen Auf-schwung. Die schon von den Persern ins Leben gerufeneReichspost wurde von den Nachfolgern Alexanders reorga-nisiert. Von Tagreise zu Tagreise befanden sich Posthalte-reien, welche die offiziellen Depeschen zu befördern hatten,aber auch Briefe der Privaten mitnahmen. Auch die Küstendes Indischen Ozeans wurden nun dem griechischen Handelgeöffnet. Die Mittelpunkte des Verkehrs der neuen Zeitbildeten sich naturgemäß da, wo die Handelswege zu-sammenliefen. Insbesondere da, wo die Handelswegeaus dem Osten an das Mittelmeer traten, bildeten sichZentren der nach allen Seiten hin ausstrahlenden grie-chischen Kultur.

Das gilt für keinen Ort mehr als für das ägyp-tische Alexandria. Alexander der Große hatte an derStätte des alten Örtchens Rhakotis an der Ausfahrt ausdem Nil in das Meer am 21. Januar 331 v. Chr. dazu denGrundstein gelegt. Seine Nachfolger, die Ptolomäer, tatenalles, um das Aufblühen der Stadt zu fördern. Der Hafenwar der einzige an der Nordküste Ägyptens , der großenSchiffen einen sicheren Ankerplatz bot. Der Nil setzte ihnin Verbindung mit allen Teilen des reichen ägyptischenHinterlandes. Die Ptolomäer bauten Landstraßen, verbandendas rote Meer durch Kanäle mit dem Mittelmeer , erbautenden berühmten Pharus am Hafeneingang, alles um denHandel in Alexandrien zu konzentrieren. Von da aus gingendie Handelszüge nach Arabien und Indien nach demInnern Afrikas nach den Ländern des Mittelmeeres. Alleswas von irgendeiner Richtung nach Ägypten kam, mündetein Alexandria , und die Erzeugnisse aus allen Teilen derdamals bekannten Welt, die dort zusammenströmten, dasGetreide, von dem der Nil Überfluß schaffte, und die Pro-dukte der heimischen Industrie gingen von da aus in alleLänder.

Um ihre Einnahmen zu steigern, haben die ptolomäi-schen Herrscher sich auch mit eigenen Betrieben am Ge-