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konnten; oder wenn bestimmt wird, daß der Gewerbe-treibende, der Comes geworden sei, den Titel aber wegender darauf ruhenden Lasten nicht annehmen wolle, doch ge-halten sein sollte, diese Lasten zu tragen.
Der Handel.
Angefangen hatte er hier ebenso als Hausierhandel, wieer im Mittelalter, nach Sturz der Römerherrschaft, wiederals Hausierhandel beginnt. Die Waren auf dem Rücken zogder Kaufmann von Markt zu Markt; oder lange Reihen vonSaumtieren und von mit Ochsen bespannten Wagen be-sorgten den Austausch. Allein in der Kaiserzeit ist dies ganzanders geworden.
An Stelle von Marseille und Narbonne wurde zunächstLyon zum kommerziellen Mittelpunkt dieser Provinzen.Von hier gingen vortreffliche Verkehrsstraßen nach denRheinlagern, ferner über die Alpen und die Pyrenäen. Hierwar der Sitz der wichtigsten Schifferkorporationen, die aufRhone und Saone, Durance, Seine und Loire nach allenWeltgegenden den Transport besorgten.
Die Römer räumten ferner mit der Fülle von Weg- undFlußzöllen auf, mit denen in vorrömischer Zeit die mäch-tigen Eingeborenen den inneren Verkehr beeinträchtigthatten. Sie umgaben ganz Gallien mit Grenzzollinien, underhoben die Quadragesima Galliae. Es gab Zollstätten, auchim Innern, mit Plombierung.
Mit der Erleichterung des Verkehrs trat eine Ver-änderung ein im Charakter des Kaufmanns. Der mercatorist zum negotiator geworden. Oft begleitet er noch seineWaren. Aber es ist nicht mehr nötig. Er hat seine Asso-cies, Korrespondenten, Agenten, die ihn vertreten. Er hatGeschäftsniederlassungen an verschiedenen Orten. DieHauptstädte waren zu bleibenden Märkten geworden, vonwo der kleine Handel, sowohl der angesessene als auch derHausierhandel, seine Waren bezieht. Erst mit der Über-schreitung der Reichsgrenze ist der Kaufmann noch denAbenteuern und Zufällen ausgesetzt, die ihn früher allent-halben bedrohten.