Die byzantinische Volkswirtschaft.
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Bedeutung erhielten, und die Kaiser immer weniger dieMittel hatten, um sowohl ihren rebellischen Großen als denandrängenden auswärtigen Feinden mit Erfolg entgegenzu-treten. Die Denkwürdigkeiten der Anna Komnena gebendavon ein anschauliches Bild 1 ). Nur mittels Anleihen, undals diese keine ausreichenden Summen ergeben, durch An-greifen der Kirchenschätze, vor allem aber durch Listen allerArt vermag sich Alexios I. seiner inneren und äußerenFeinde zu erwehren. Und während die feudale Organi-sation des Grundbesitzes im Byzantinerreich triumphiert,geht die Herrschaft über auf diejenigen, welche die kapi-talistische Wirtschaftsorganisation von ihm übernommenhatten. Anfangs unter der Ägide der Regierung von Kon-stantinopel und als Vasallen und Untertanen des byzantini-schen Reiches rissen die Kaufleute der italienischen See-städte mehr und mehr den Handel mit Asien an sich, undviele Produkte, welche ehedem Monopole von Byzanz ge-wesen, wurden später nach Italien, sogar nach Spanien über-tragen. Die Berührung der Italiener mit den Byzantinernwurde aber auch der Hauptanlaß und der Ausgangspunktder intellektuellen Blüte der italienischen Staaten, welchedie Wiedergeburt des übrigen Europa eingeleitet haben.
1) Vgl. zum Beispiel das V. Buch.