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steckend auf die alten grundbesitzenden Familien. Schonim sechzehnten Jahrhundert beginnen die ehelichen Ver-bindungen des Adels mit der City 1 ); im siebzehntenJahrhundert wird bereits darüber gejammert 2 ); im acht-zehnten Jahrhundert wird ganz England vom Handels-geist überwuchert 3 ). Für die Landwirtschaft aber be-deutet diese Entwicklung, daß alle Maßnahmen desMerkantilsystems nunmehr auf die Landwirtschaft an-gewandt werden, um sie aus einem bloßen Nahrungs-zweige zu einem Gewerbe, und zwar zu einer Export-industrie zu machen 4 ). Und während es noch bis indie Mitte des achtzehnten Jahrhunderts in der Regelals etwas Selbstverständliches gilt, daß die Pacht-verträge unter denselben Bedingungen, wie sie seitGenerationen bestanden, erneuert werden, beginnen vonda ab die Steigerungen der Renten allgemeiner zuwerden 5 ).
Es erhellt also: die alte Handelmaxime, jede Ge-legenheit zum Gewinn rücksichtslos auszunützen, welchezuerst im friedlichen Verkehr mit den Feinden ent-standen ist, wird zu einem allgemeiner gültigen Prinzipder Wirtschaftlichkeit erst in dem Maße, in dem dieEinzelwirtschaften in die Weltwirtschaft verflochtenund statt von lokalen und geschützten Absatzverhält-
*) Vgl. John Stow , A Survay of London 1598. S. 478ff.
2 ) Temple, Miscellanea, III; published by J. Swift.London 1701. S. 79. Vgl. auch über die Veränderung des Ver-hältnisses des englischen Adels zum Handel und Gewerbe : EdwardChamberayne, The present State of England 1672, pp. 318, 314.
3 ) Vgl. Lecky, Geschichte Englands im achtzehnten Jahr-hundert, deutsch von Löwe. Leipzig und Heidelberg 1879.I, 215 ff, 425, 464, 502, 506.
4 ) Vgl. Dr. Richard F a b e r a. a. 0.
5 ) So Arthur Y o u n g (Inquiry into the progressive value ofmoney in England , 1812), zitiert beiTooke und Newmarch,Geschichte der Preise, deutsche Übersetzung II 518.