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sehen Staaten in Asien und Afrika ’), und ihre Handels-verträge * 2 ) mit den Beherrschern dieser Länder erweckendie Vorstellung von der Großartigkeit dieses Handels,die auch durch die Schilderungen der Zeitgenossen vondem dabei gewonnenen Reichtum bezeugt wird. Aberganz anders der Aufschwung, den ihr Handel mit denKreuzzügen nahm 3 ). . Vor allem verdienten sie sehrviel am Transport. Sie vermieteten ihre Schilfe zuhohen Preisen an die Kreuzfahrer. Sodann befandensich infolge der Kreuzzüge alle Häfen Syriens undPalästinas, welche für den Bezug der orientalischenWaren auf gesucht werden mußten, nun in der Gewaltder Christen, und in jeder derselben besaßen dieitalienischen Seestädte eigene Quartiere 4 ). Sie wurdender Ausgangspunkt eines weithin strahlenden und insich vielfach verzweigten Systemes von Handelsstraßen.Nun brauchten sich die europäischen Kaufleute, umihre Vorräte zu erneuern, nicht mehr in das Gebiet
*) Vgl. Muratori, De mercatibus et mereatura saeculorumrudium, Antiqu. med. aevi II. — H e y d , Geschichte des Levante-handels I, 114—120, 162. — Beugnot, Introduction aux assisesde la cour des bourgeois p. XXI. Assises de Jerusalem t. II,Paris 1843.
2 ) Vgl. Mas Latrie, Traites de paix et de commerce etdocuments divers concernants les relations des Chretiens avec lesArabes de l’Afrique septentrionale au inoyen äge, Paris 1866.
3 ) So heißt es z. B. bei Moratori, Antiquitates Ital. med.aevi II, 886: Eo autem crevit Pisanorum et Genuensium potentiain Oriente, ut saeculo Christi XII, Graecorum Imperatores utriquepopulo annuum censum persolverint, uti annales Pisani, et Caffariediti fidem faciunt.
*) Die Ritter im Kreuzheer waren sich über die Motive derTeilnahme der italienischen Seestädte an den Kreuzzügen klar.Das zeigt u. a. folgende Stelle inWillelmi MalmesbiriensisMonachi De gestis regum anglorum, lib. IV § 380 (ed. S t u b b sp. 444): Tune (es handelt sich um das Jahr 1100) stolus naviumJanuensium et Pisanorum Laodiciam applicuerat, ed inde Joppen