Handel und Kapitalismus
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Richard ein trat. Das dazu nötige Geld streckten ihmin Tripolis weilende genuesische Kaufleute vor. DerKönig von Cypern rief nun fränkische Ritter ins Land,welche er mit Ländereien belehnte. Die Bauern, diebis dahin den Griechen gefrondet, mußten nun denFranken fronden. Mit ihren Arbeitsleistungen betriebman Weinbau und Zuckerplantagen.
Außerdem aber befand sich eine Fülle von griechi-schen und abendländischen Kaufleuten im Land. DieLage der Insel war für den Handel mit Asien äußerstgünstig gelegen, namentlich Famagusta , gerade gegen-über Accon. Diese Lage wurde für den abendländischenHandel um so bedeutsamer, als die Kreuzfahrerstaaten,einer nach dem anderen, verschwanden. Es ist nuncharakteristisch *), daß die siegreichen Mohammedanerdie Italiener, wenn auch nicht in allen ihren Besitzungenund Freiheiten erhielten, so doch ihnen so viele ließenund neu verliehen, daß sie ihren Handel weiter ge-winnbringend betreiben konnten.
Aber trotzdem war es für die abendländischenKauf leute von Vorteil, nach dem Scheitern der Kreuz-züge noch Stützpunkte für ihren Handel auf christ-lichem Boden .zu haben, und so kam der Verlust derabendländischen Besitzungen dem Handel auf Cypernund auch auf Candia sehr zugut, ganz besonders demersteren. Hier mündeten alle Handelsstraßen, sowohldie von China und Indien über Bagdad , als auch dieüber Arabien und Ägypten . Wie gewinnbringend derHandel für die dortigen Kaufleute gewesen, mögen wir