Judentum und Kapitalismus
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sischen Mai’schälle, wie Massena , dessen wirklicherName Manasseh sei, für Judenstämmlinge, und voneinem Geschäft, das er seihst mit dem französischenMinister Soult , einem Sohn des Marschalls, abzuschließenhatte, berichtet er, sie seien übereingekommen, einenstreitigen Punkt dem Schiedsspruch des preußischenGesandten zu übertragen: „Graf Arnim trat ein, undich sah einen preußischen Juden.“ Aber alle dieseInanspruchnahmen weltbewegender Ereignisse und her-vorragender Männer für das Judentum werden durchSombarts Dithyrambus über den Sonnenzug Israelsüber die Erde übertroffen!
Ich erkläre mir dies aus Sombarts Einsicht in dievolkswirtschaftliche Bedeutung des Kapitals. EinBlick in die Geschichte aller Völker zeigt, daß ihrewirtschaftliche Blüte erst dann beginnt, wenn reich-lichere Mittel zur Hebung ihrer von der Natur gebotenenSchätze verfügbar werden, und sie verfallen, wo dieseMittel schwinden. Das hat schon Bischof Rüdiger vonSpeyer gewußt, als er im Jahre 1084 das Dorf Speyer zur Stadt erhob und gleichzeitig Juden da ansiedelte„in der Überzeugung, daß er dadurch den Glanz desOrtes vertausendfache “ : ). Ohne Juden, denen alleinverzinsbare Darlehen zu geben gestattet war, gab esnämlich damals kein Kapital. Desgleichen hat Crom-well die Juden um ihres Kapitalbesitzes willen in Eng-land wieder zugelassen 2 ). Nach Sombart aber hättendie Juden das Kapital aus dem Altertum in das Mittel-alter herübergerettet; sie sind ihm die Träger desKapitalismus ; daher er mit ihrem Kommen und Gehendie Völker werden und vergehen läßt.
*) Siehe Aronius, Regesten der Geschichte der Juden.Berlin 1902, S. 69.
*) Siehe Albert M. Hjamson, A history of the Jews inEngland. London 1908, pp. 191 ft'., 203.