anderen Ländern abstoßen, dagegen deren Gold einthun wollen undder Ehrlichste hat dann das Nachsehen!
Darum dürfen wir wohl fragen: was wollen nun die Bi-metallisten? Welche Vorschläge werden von ihnen in ihrer Gesamt-heit gutgeheißen? Welche empfehlen sie zur Ausführung? Sie könnendoch von der deutschen Regierung nicht verlangen, daß diese jeden Tagein neues Experiment mache oder ein Jahr lang den einen, ein Jahrlang den zweiten Vorschlag zur Ausführung bringe. Heute fehlt nochjedes klare Programm, über welches man diskutieren kann. Bishersind nur Einzelwünsche erhoben worden, welche durchweg von denanderen bimetallistischen Führern wieder verworfen wurden.
Die Bimetallisten hören nicht auf, zu versichern, daß England früher oder später seiner asiatischen Kolonien wegen zum Bimetallis-mus übergehen werde. Zwar ist daran gar nicht zu denken, aber auchwenn dies geschähe, welcher Grund bestände für uns, dasselbe zu thun?In unseren Kolonien herrscht keine Silberwährung von irgend welcherBedeutung. Im Gegenteile, wir würden den größten Vorteil davonhaben, wenn wir, im Falle jenes Ereignis wirklich eintreten sollte, ander Goldwährung festhalten und infolgedessen im Welthandel an Eng-lands Stelle treten würden. Welcher Gewinn für uns, wenn wireine unserer Seestädte zur Beherrscherin des Geldverkehrs und desGüteraustausches der ganzen Welt erheben könnten! Aber dies ist nurein schöner Traum, der vor der Wirklichkeit in Nichts zerfließt. Sowollen wir weder mit noch ohne England unsere Goldwährung auf-geben, die uns genügende Reserven für Zeiten ungewöhnlichen Bedarfs,vollauf ausreichende Umlaufsmittel für den täglichen Verkehr und end-lich billigen Zinsfuß für den Personal- und den Jmmobiliar-Kreditgewährt und ganz wesentlich zu unserer achtunggebietenden Stellungim Welthandel beigetragen hat.
Deshalb müssen wir uns gegen den unsere Währung bedrohlichen An-sturm wappnen, einen Ansturm, welcher von ganz unzutreffenden Voraus-setzungen ausgeht, aber, wenn er fortgesetzt wird, zur Beunruhigungaller unserer Handelsbeziehungen zu dem Auslande uud zur schwerstenErschütterung unseres ganzen Erwerbslebens im Jnlande führen muß.Mehr als je ist es deshalb notwendig, daß alle einsichtsvollen Kreiseunseres Volkes jeden Versuch, an unserer Währung zu rütteln und siein Frage zu stellen, nachdrücklichst abweisen und ihn als eine unver-antwortliche Schädigung der Wohlfahrt unseres Volkes brandmarken.Wir erheben Einspruch gegen die Berufung und Beschickung von Kon-ferenzen, mögen sie ausgehen von wem sie wollen, und wir richtenan die Regierung das dringende Verlangen, die bestehenden Münz-verhältnisse unverändert zu lassen zum Segen unseres deutschen Vater-landes!