1.
Beim Anbruch der Neuzeit gab man für 1 KZ Gold 10 bis G-schi-hMch-r11 KZ Silber. Infolge der Entdeckung und Ausbeutung der Silber- "b-rbii--,minen in Peru und Mexiko sank allmählich der Wert des Silbers;um das Jahr 1600 stand er zu dem des Goldes wie 12: 1, weiterehundert Jahre später wie 15:1. Dieses Wertverhältnis dauerte imGroßen und Ganzen das achtzehnte Jahrhundert hindurch. Die RegierungLudwigs XVI. von Frankreich suchte 1785 beide Metalle in eine feste Preis-abhängigkeit von einander zu bringen; 18 Jahre später (1803) entschloßsich die französische Republik zur Ordnung ihres Münzsystems, indem siebestimmte, daß an ihren Münzstätten 1 Pfd. Gold für 15'/- Pfd.Silber angenommen und gegeben werde, daß ferner aus 5 A SilberStücke von 1 Frank ausgeprägt werden sollten, indessen mit dem Vor-behalte, daß bei späterer Veränderung des Wertes der zwei Metalleauch deren Goldgewicht entsprechend neu geregelt werden solle. Sogründete Frankreich sein Münzsystem auf dem festen Verhältnisse derzwei Metalle untereinander, dem Bimetallismus. Als aber England ein Jahrzehnt später — 1816 — zu der dort schon seit hundert Jahrenbestehenden und nur durch die napoleonischen Kriege unterbrochenenreinen Goldwährung zurückkehrte, bildete sich auf dem Londoner Edelmetallmarkte von neuem ein Marktpreis für Silber aus, welchernatürlich seinen Einfluß auf die französische Münze ausüben mußte.15^/s Unzen Silber gleich 1 Unze Gold repräsentierten einen Wertvon 60^/is ä. für die Unze Silber; da nun der Silberpreis von 1803bis 1850 in London niedriger als 60 ^/ie <z. stand, so war es vorteil-haft, hier Silber zu kaufen und es in Paris ausprägen zulassen; 1850 bis 1866 wurde infolge der Goldfunde in Kalifornien Silber teuerer und deshalb die Goldprägung gewinnbringender; von1867 bis 1873 ging wieder Silber im Preise zurück und es drohte dieGefahr, daß die Ausprägung der Pariser Münze sich abermals aus-schließlich auf dieses Metall beschränken würde. So war denn Frank-reich von der ursprünglichen Doppelwährung von Gold und Silberzur Alternativwährung — heute Gold, morgen Silber — gedrängtworden; das jeweils im Welthandel teuere Metall floß ab und wurdedurch minderwertiges ersetzt, so daß die Zahlungsmittel immer ausletzterem bestanden. Die Abforderung von höherwertigem Silber gegen