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Die Entstehung des Weltkrieges im Lichte der Veröffentlichungen der Dreiverbandmächte / von Karl Helfferich
Entstehung
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and I could only say tKat .we must keep our hands free" (ichfühlte mich verpflichtet, endgültig jedes Neutralitätsver-sprechen auf Grund solcher Bedingungen abzulehnen, undich könne nur sagen, dass wir unsere Hände frei zu haltenwünschten). Also Sir Edward Greys eigener Bericht über dieseUnterhaltung vom Morgen des 1. August.

Deutschland ist in seinen Zugeständnissen, durch die es die eng-lische Neutralität ermöglichen wollte, sogar noch weiter gegangen,Der Reichskanzler hat am 4. August 1914 im Reichstag mitge-teilt, er habe der englischen Regierung angeboten, ,dass, solangesich England neutral verhält, unsere Flotte die Nordküste Frank-reichs nicht angreifen wird"; er hat hinzugefügt, ,dass, solangeEngland neutral bleibt, wir auch bereit wären, im Falle der Gegen-seitigkeit keine feindlichen Operationen gegen die französischeHandelsschiffahrt vorzunehmen."

Das englische Blaubuch erwähnt von diesen Zugeständnissenkein Wort. Es entsteht die Frage, ob dieses Zugeständnis vonSir Edward Grey überhaupt zur Kenntnis des Kabinetts gebrachtworden ist. Dass die Unterlassung nicht beim deutschen Bot-schafter in London gelegen haben kann, geht aus dem französischen Gelbbuch (Mo. 144) hervor; dort berichtet Paul Cambon unterdem 3. August, der deutsche Botschafter habe eine Mitteilung andie Presse versandt, besagend, dass, wenn England neutral bleibe,Deutschland auf jede Flottendemonstration verzichten und sich derbelgischen Küste nicht als Stützpunkt bedienen werde (l'Alle-magne renoncerait à toute opération navale et ne se servirait pasdes côtes belges comme point d'appui).

Deutschland hatte also für die Neutralität Englands die Inte-grität Belgiens, Frankreichs und seiner Kolonien, ausserdem denVerzicht auf jede Flottenaktion gegen die französische Küste unddie französische Schiffahrt angeboten; aber auch um diesen Preis,und auch nicht um irgend einen anderen, wie Sir Edward klarheraussagte, war die englische Neutralität zu haben.England will seine Hände freihalten" hiess aus der Sprache des Cantin die Sprache der Aufrichtigkeit übersetzt: England istgegenüber Frankreich bereits gebunden.

Am Tage der formellen und kategorischen Ablehnung der Neu-tralität unter irgendwelchen Bedingungen (1. August) machte SirEdward Grey an Paul Cambon folgende Eröffnung (GelbbucKNo. 126);

Er wprde das Kabinett mit der ungenügenden (Antwort Deutsch-lands in Sachen der Neutralität Belgiens befassen und die Ermäch-tigung verlangen, am Montag (3. August) im Unterhaus zu sagen