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Die Entstehung des Weltkrieges im Lichte der Veröffentlichungen der Dreiverbandmächte / von Karl Helfferich
Entstehung
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ein Wort der Weigerung Englands FrankreicH zurückgehalten habenwürde ; es ist unbedingt sicher, dass jedes Wort der Ermutigung vonSeiten Englands den Kriegsparteien in Frankreich und Russland dasUebergewicht verschaffen musste. Auf der anderen Seite ist eben-so gewiss, dass ein Sich-Entziehen Frankreichs oder Englands , mochtedas Beiseitestehen in den Verträgen und Absprachen noch so sehrseine formelle Berechtigung finden, das dreifache Einvernehmen ge-sprengt und eine Neuorientierung der gesamten europäischen Politikzur Folge gehabt hätte, eine Neuorientierung, die nicht zu einer Vor-herrschaft eines einzelnen Staates hätte führen müssen, bei der viel-mehr jede Macht zu ihrem Recht hätte kommen können.

In der Wahl zwischen der Erhaltung der Entente und Erhaltungdes Weltfriedens haben die leitenden britischen und französischen Staatsmänner, durch langjähriges eigenes Tun und Reden inner-»lieh unfrei und befangen, unter dem Druck der kriegslüsternenCliquen den Weltfrieden der Entente geopfert und den überragenden[Teil der öffentlichen Meinung ihrer Länder durch die Berufung aufdie Heiligkeit der geschriebenen und ungeschriebenen Verträge mitsich fortgerissen.

Diese Verflechtung von Schuld und Verhängnis im einzelnenklarzustellen und darzulegen, wird dereinst die grosse Aufgabe!der Geschichtsschreiber unserer Zeit sein.