Aber, meine Damen und Herren, so ernst unsere innere wirt-schaftliche Lage ist, alles wird noch überschattet durch das, was unsjetzt in Spaa bevorsteht. Damit komme ich zu der Frage unserer
auswärtigen Politik.
Da schicke ich ein Wort voraus. Herr Müller hat bei der Be-handlung unserer auswärtigen Politik das Wort ausgesprochen:wir sind Kosmopoliten. Ich möchte ein anderes Wort dem ent-gegenstellen, ich möchte sagen: Wir sind Deutsche, (lebhafterBeifall bei den Deutschnationalen) wir bleiben Deutsche.(Abg. Müller ^Franken): Das habe ich auch gesagt!)
Herr Müller hat weiter von Hoffnungen auf die Entente-sozialisten gesprochen. Wenn sie uns helfen, sie sollen auch mirwillkommen sein. (Andauernde Zurufe von den UnabhängigenSozialdemokraten .)
Auf die französischen Sozialisten werden auch Sie keine allzugroßen Hoffnungen setzen. (Erneute Zurufe und große Unruhe. —Glocke des Präsidenten.)
Vizepräsident Dietrich (Prenzlau ): Meine Damen undHerren! Es ist letzthin von dieser Stelle aus gesagt worden, daßdie parlamentarischen Berhandlungssitten einem Wandel unter-worfen sind. Ich denke aber, diese Ausdehnung der Zwischenrufe,die sich zu ausgedehnten Sätzen verlängern, Ihre Unruhe und derLärm im Hause ist so außerordentlich groß, daß gewisse Beschrän-kungen auch in dieser Entwicklung notwendig sind. (Sehr richtig!bei den Deutschnationalen.)
Ich bitte sehr darum, daß die Ruhe mehr gewahrt wird, unddaß Sie sich mit den Zwischenrufen Beschränkung auferlegen.(Unruhe bei den Unabhängigen Sozialdemokraken.)
vi-. Helfferich: Meine Damen und Herren! Wenn ichvon der auswärtigen Politik spreche, so kann ich nicht umhin, dieErklärung, die vorhin der Herr Reichsminister des Auswärtigenzu den verschiedenen Fragen abgegeben hak, in denen wir von denPolen in einer so unerhörten Weise gequält werden, zu begrüßen.Ich habe darin einen Ton gehört, den ich gern höre, einen Ton, derallein möglich ist auch für ein Bolk, das so schwach ist wie heutedas deutsche, den Ton der Würde. (Sehr richtig! bei denDeutschnationalen.)
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