Ich unterstreiche dies gerade jetzt, wo der Herr Reichsministecdes Auswärtigen sich anschickt, mit dem Herrn Reichskanzler undden anderen Herren nach Spaa zu reisen. (Zurufe von den Sozial-demokraten: Es wäre besser, wenn Sie nichts sagten!)
Ueberlassen Sie das, bitte, meinem Urteil. — Wir werden inSpaa vor die schwersten Probleme gestellt werden. Ich hoffe, daßdas, was der Herr Reichskanzler angedeutet hak, daß das, was dieHerren Redner der Koalitionsparteien ausgeführt haben, nament-lich Herr Trimborn und Herr Strefemann, wahrgemachtwird, daß wir vor allen Dingen auch in der Frage der Wehr-kraft uns nicht unter das Maß dessen Herabdrücken lassen,was zu der Erhaltung von Ruhe und Ordnung, d. h. für die Er-haltung unseres staatlichen Lebens unbedingt notwendig ist. (Leb-haste Zustimmung bei den Deutschnationalen. — Unruhe bei denUnabhängigen Sozialdemokraten .)
Was die wirtschaftlichen Fragen anbelangt, soglaube ich folgendes sagen zu können. Ich würde es an sich fürerwünscht halten, wenn unsere nach dem Versailler Vertrage unge-messenen Leistungen eine Begrenzung finden können, wenn wirendlich einmal in die Lage kämen, für unsere Zukunft, soweit derVersailler Vertrag in finanzieller und wirtschaftlicher Beziehungin Betracht kommt, mit sicheren Zahlen zu rechnen; denn dasRechnen mit sicheren Zahlen ist die erste Boraussetzung für jedeplanmäßige Wirtschaft überhaupt. Solange die Zahlen und dasMaß der Leistungen nicht festgesetzt sind, wird das deutsche Bolkja ewig unter dem Druck stehen, daß ihm alles, was es erarbeitet,wenn es einmal wieder in die Lage kommt, etwas über seinen un-mittelbaren Verbrauch hinaus zu erarbeiten, zugunsten der En-tenteländer weggenommen wird. Aber, meine Damen und Herren,dieses Drängen nach einer festen Zahl und einem festen Maß hateine Grenze: es darf nicht wieder dahin kommen,daß Undurchführbares unterschrieben wird.(Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.)
Wir haben das bei dem Frieden von Versailles gesehen. Dorthaben wir etwas unterschrieben, was nach unser aller Ueberzeu-gung undurchführbar ist. Damit haben wir das, was vorher reineVergewaltigung war, zu einem mit unserer Unterschrift versehenen
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