3,5 Milliarden. Dabei scheint der Herr Reichsfinanzminister nochübersehen zu haben, daß auch die Reichsschuld im nächsten Jahreein erhebliches Mehr erfordern wird. Da der Fehlbetrag von76 Milliarden eine entsprechende Vermehrung der Schatzanwei-sungen, die durch die Reichsbank diskontiert werden, zur Folgehaben wird, wird auch das Defizit der Reichsschuld ein erheblichesPlus an Zinsen bedingen, wenn auch ein Teil durch die Beteili-gung des Reichs bei der Reichsbank wieder hereinkommt.
Man fragt sich mit Entsetzen: Wo soll das hinaus?(Sehr wahr! rechts. — Zuruf bei den Sozialdemokraten: Dashätten Sie früher fragen sollen!)
Auf das Frühere komme ich, wenn es Ihnen so sehr erwünschterscheint, auch zurück,- aber vorläufig bleibe ich hier bei demjenigen,was ich Ihnen zunächst vortragen will. Ein Blick nach rückwärtszeigt uns, in welcher rasenden Fahrt wir dem Abgrund zusteuern.Unsere Reichsschuld betrug (Unruhe und Zurufe bei den Sozi-aldemokraten: Daran sind Sie schuld!) — seien Sie doch nur zu-frieden, Herr Abgeordneter Dittmann; darauf komme ich schon.Unsere Reichsschuld betrug bei Kriegsausbruch rund 5 Milliarden.Ich nenne nun das Datum, an dem ich das Schatzamt verlassenhabe, weil es die Herren besonders interessiert: Als ich Ende Mai1916 vom Reichsschatzamt wegging, betrug unsere Reichsschuld,und zwar so gut wie ausschließlich bestehend in konsolidierten An-leihen, rund 46 Milliarden. (Zurufe bei den Sozialdemokraten.)
Nein, ich habe das Reichsschatzamt nur bis zum Ende Mai1916 geführt; am 1. Juni 1916 habe ich das Reichsamt des Innernübernommen. (Sehr richtig! rechts. — Zuruf bei den Sozialdemo-kraten: Trotzdem haben Sie es verwaltet!)
Tun Sie doch dem Grafen Roedern nicht den Tort an, zusagen, daß ich das Schatzamt verwaltet hätte, als Graf RoedernReichsschatzsekretär war. Das hätte sich Graf Roedern nicht ge-fallen lassen. (Unruhe und erneute Zurufe bei den Sozialdemo-kraken.)
Als ich das Schatzamt verließ, betrug unsere Reichsschuld46 Milliarden. (Lebhafte Zurufe bei den Deutschen Demokraten:Goldmark!)
Damals waren es keine Goldmark mehr, wenn auch die Va-luta nicht so tief stand wie heute. Im November 1918 betrug die
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