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Päpierwirtschafti denn diese letztere bestand bereits unter dergesetzlichen Silberwährung und zwar in weit höherem Grad alsunter der Goldwährung. Ihr Agio betrug 3000 "/n, während dasAgio seit der Einführung der gesetzlichen Goldwährung 300 °/ 0kaum überstiegen hat. Ob ich Herrn Dr. Arendt mit diesenAusführungen etwas neues sagte, weiss ich nicht. — Vom15. Mai datirt erschien nun eine neue Auflage des ArendtschenLeitfadens. Man hätte erwarten können, dass die bezeichnetethatsächliche Unrichtigkeit darin ausgemerzt sei. Man schlägtnach und findet:
„Argentinien, ein, wie schon der Name sagt, altes Silber-land, folgte dem europäischen Beispiel etc. etc."
Das ist offenbar, was Arendt „Ehrlichkeit" nennt. DasBedürfnis, die Existenz einer wirklichen Silberwährung in Argen-tinien vor dessen Übergang zur Goldwährung zu beweisen —trotz aller Thatsachen, scheint Arendt ja gefühlt zu haben, under beweist sie damit, dass — Argentinien Argentinien heisst.Die Entdeckung; dass Argentinien seinen Namen von seinerangeblichen ehemaligen Silberwährung trägt, ist zwar sicher sehroriginell — aber wir möchten doch Herrn Dr. Arendt bitten,wenn er wieder einmal seinen Gegnern Unehrlichkeit und That-sachenfälschung vorwirft, sich an das „alte Silberland" Argen-tinien zu erinnern. — Auch das nur als Beispiel!
So sieht der Mann aus, der stets Wissenschaftlichkeit undEhrlichkeit im Munde führt und diese Prädikate oder ihr Gegen-teil mit suveräner Sicherheit und Unfehlbarkeit verteilt. Seinesophistische Dialektik, mit welcher er alles beweist, ist manch-mal geradezu lächerlich, so dass einem Zweifel aufsteigen müssen,ob ihn selbst seine einsichtigeren Parteifreunde im Innersten ihres1 Ierzens ernst nehmen. Seine Manier, welche er seit seinemEintreten in die bimetallistische Agitation mit Konsequenz ver-folgt, die bona Ildes und Ehrlichkeit seiner Gegner zu verdäch-tigen, muss auf alle, welche ihn näher kennen, ausgesprochenkomisch wirken. Er bietet das vollendete Bild des Mannes,der im Glashaus sitzt und wütend mit Steinen um sich wirft.
Leider beherrscht seine unfeine Art der Polemik viel zusehr den ganzen Währungsstreit. Jede sachliche Diskussion mitihm muss zur persönlichen werden, und sich persönlich mit ihmzu raufen, daran linden begreiflicher Weise nur wenige Ge-schmack. Man lässt deshalb seine Anzapfungen über sich er-