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preise in dem sich entwertenden indischen Silbergeld? — Geradeder Umstand, dass die Getreidepreise in Indien trotz der starkenWertyerringerrung des indischen Geldes nicht gestiegen sind,beweist zur Evidenz, dass Ursachen vorhanden sind, w elche bei/gleichbleibendem Geldwert den Getreidepreis drücken mussten.Dass diese Ursachen in der Aufschliessung neuen Bodens durchEisenbahnen etc. zu linden sind und ausserdem in erheblichenTransportverbilligungen, darüber kann m. E. kein Zweifel sein.
Des weiteren hielt ich mich für vollauf berechtigt, Ihrefamose Behauptung, die Schlusssätze meiner Schrift müsstenjeden denkenden Landwirt oder Industriellen zum Bimetallistenmachen, auf die Quintessenz dieser Schlusssätze zu beziehenund nicht auf einen aus dem Zusammenhang gerissenen Satz-teil. *) Denkende Leser, welche meine Schrift bis zur letztenSeite gelesen haben, werden wohl kaum aus Freude über dievon mir zugegebene Preissteigerung mitten im Satze aufhörenzu lesen, gerade dort, wo Sie aufgehört haben zu zitiren. Wereine Preissteigerung ä tout prix will, dem Mann kann ja ambesten durch Assignate geholfen werden: v/er das nicht will,wird sich nach den Bedingungen und Folgen umsehen. Die einevon mir behauptete Folge, die Schuldentlastung auf Kosten derGläubiger, haben Sie aus guten Gründen nicht angefochten,sondern nur die zweite, die vorübergehende Herabdrückung derLebenshaltung der Arbeiter. Ich möchte Sie bitten, darüber
*) Die ganze in Betracht kommende .Stelle lautet:
Nun zum Schlüsse die Wirkungen, welche aut' diesem eminent sozial-wirtschaftlichen Gebiet ein Übergang zum Bimetallismus hätte. Die Bime-tallisten wollen und erwarten Preissteigerung. Diese würde eintreten, dasgebe ich zu. denn der Bimetallismus bezweckt Wertverringerung unseresGeldes. Daraus ergeben sich zwei Folgen, eine dauernde und eine vorüber-gehende. Alle Schulden würden erleichtert. Das wäre für alle Schulden, be-sonders für die landwirtschaftlichen mit unkündbaren Hypotheken ein Vorteilauf Kosten der Gläubiger, auch auf Kosten der vielen Sparkassengläubigendie man gewiss nicht zu den „wirtschaftlich stärkeren" Klassen rechnen kann.Die vorübergehende Folge wäre der Arbeitslohn — insbesondere der land-wirtschaftliche, denn dieser ist am wenigsten bewegungsfähig — würde erstlangsam der allgemeinen Preissteigerung der Ware folgen. Bis dieser Aus-gleich sich vollzogen hat, ist der Unternehmer im Stande, auf Kosten desnicht im gleichen Verhältnis gestiegenen Arbeitslohnes von den erhöhtenWarenpreisen zu profitieren. — Das wären die Folgen des Bimetallismus : eineSchuldentlastung einerseits, und ein vorübergehend gesteigerter Unternehmer-gewinn auf Kosten des Arbeitslohnes andererseits.