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Die Silberenquete : Eine Auseinandersetzung mit Ludwig Bamberger / Von Otto Arendt
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klagen es die Bimetallisten tief, daß er nicht an den Arbeitender Währungs-Enquete sich betheiligen kann.

Bamberger aber glaubt immer noch, daß er die Weltmit großen Worten, mit Schimpfen und Toben über dieWährungskrisis hinwegtäuschen kann. Auch von Bambergerhoffen die Bimetallisten, daß er in die Enquete berufen wird,damit er da einmal Mann gegen Mann seine Verdrehungenund Entstellungen vorbringen kann und nicht nur in denSpalten jener Blätter, welche nur seinen Anschauungen offen stehen.

Die ganze Weisheit Bambergers finden wir in denfolgenden Worten ausgesprochen:

Angesichts aller dieser Erfahrungen gelangte die unbefangeneAnschauung der Dinge unwillkürlich zu dem Resultate, daß es einunberechenbares Glück für die deutsche Volkswirthschaft gewesen,sich zu einer Zeit, wo dies noch mit verhältnißmäßiger Leichtigkeitund unter nicht zu großen Opfern geschehen konnte, bei der orga-nischen Einrichtung ihres Münzwesens von dem zu den heftigstenSchwankungen und zu einer so großen Werthverminderung ver-urtheilten Silber in der Hauptsache befreit und ihren Münzfußauf die Grundlage des Goldes gesetzt zu haben, welches, wievon allen Seiten unbedingt zugestanden wird, gegenwärtig diealleinige Basis der Verrechnung und des Austausches von Baar-zahlungen zwischen den großen Handelsvölkern der Welt bildet."

Bamberger stellt sich auf den Standpunkt, als ob alldas Unheil, welches die Einführung der Goldwährung hervor-gerufen, auch ohne diese eingetreten wäre. Er betrachtet dieSilberentwerthung als natürlich, die Bestrebungen den Silber-werth wieder zu heben als künstlich.

Ich setze nun ein paar Zahlen aus dem letzten Jahr hier-her: Am 19. Juni 1893 stand Silber in London 38^ Pence,am 30. Juni 3(st/s Pence. In 10 Tagen war dienatür-liche" Entwerthung um über 200/g gewachsen. Warum? Warmehr Silber produzirt? Nichts war geschehen, als daß die indischenMünzstätten der Silberprägung geschloffen wurden, andernfallswürde das Silber am 30. Juni genau so 3N/» notirt haben,wie am 19. Juni, und wenn man am 30. Juni die Silber-prägung in Indien wieder freigegeben hätte, so würde wiederder Preis von 30 /s auf 38^4 Pence gestiegen sein. Wäredas nun eine künstliche Werthsteigerung des Silbers gewesenund war die Entwerthung eine natürliche oder eine durch dieGesetzgebung künstlich herbeigeführte?