Druckschrift 
Die Silberenquete : Eine Auseinandersetzung mit Ludwig Bamberger / Von Otto Arendt
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

28

lingen. Was Graf Kanitz beabsichtigte, war ganz etwasanderes. Er wollte dasjenige bezeichnen, was Deutschland denübrigen Mächten behufs Regelung der Währungsfrage bietensolle. Sein Gesetzentwurf sollte erst in Kraft treten auf Be-schluß des Bundesraths, und in der Begründung wird aus-drücklich gesagt, daß das den Zweck hat, zuvor eine inter-nationale Vereinbarung herbeizuführen. Die Antragsteller,zu denen Graf Mirbach gehört, werden doch wohl über ihreAbsichten ein maßgebenderes Urtheil baden als falsche undtendenziöse Ausleger. Graf Mirbachs Erklärung in derNordd. Allgem. Ztg." beginnt wie folgt:

Es ist weder dem v>-. Arendt, noch Herrn v. Kardorff,Grafen Kanitz oder irgend einem Vorkämpfer für die bimetallistischeWährung von Bedeutung jemals eingefallen, zu verlangen, oderes für möglich zu halten, daß Deutschland einseitig eine bime-tallistische Währung annehme. Wir alle ich bin wohl zuerstfür die bimetallistische Währung, wie sie bis l873 durch 70Jahre in Frankreich und in den Ländern der lateinischen Münz -union bestand, eingetreten haben bei jeder Gelegenheitdarauf hingewiesen, daß nnr eine internationale Regelung derWährung in dieser Richtung möglich sei. Darauf ist auch in denMotiven zu dem vom Grasen Kanitz und mir eingebrachten Gesetz-entwurf hingewiesen."

Ich meine die Anhänger der Goldwährung sollten dochsehr zufrieden sein, daß die Gefahr gar nicht besteht, gegenwelche sie auf die Schanzen rufen, daß Niemand da ist, derdie deutsche Währung in der Art bedroht, wie sie es dar-stellen, daß Niemand an ein einseitiges Vorgehn Deutschlands überhaupt denkt; aber merkwürdiger Weise nehmen sie dieseBeruhigung nicht an und zwar aus einem einfachen Grunde.Thäten sie es, so kämen ihre sämmtlichen Gründe in Wegfall,mit denen sie überhaupt gegen die Bimctallisten hetzen. Jede inter-nationale Regelung der Währungsfragc erklärt die Goldwährungs-partei für eine Unmöglichkeit. Nun, dann sind die Bimetallistenja ganz harmlose Menschen die doch nichts durchsetzen können,warum ereifert man sich so gegen sie? Aber offen-bar kann man gegen die internationale Doppelwährung wedergeltend machen, daß sieeine Geldverschlechterung" bedeutet,noch daß sienur den Zweck habe, daß die verschuldetenAgrarier ihre Gläubiger betrügen, indem sie ihre Goldschuldenmitentwerthetem" Silber zurückzahlen"; noch auch kann man