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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Mathematischer Druck. Potanischer Druck.

ungarisch und französisch); die Schulkarten vonBöhmen , Mahren, Steyermark, Jllyrien und desHcrzogthumS Oestreich, der Umgebungen von Paris ,Warschau, Ofen, Pesth und Wien in sechs Sprachen,dann der Grundriß cincS FrischfeucrS, die Faxadesammt Durchschnitt eines Schrifrgießerofeus und einAuszug aus einem chinesischen GeschichtSwcrke mitBeifügung des chinesischen Wortlautes sammt deut-scher und französischer Uebersetzung. Die hierbeigegebenc Karte der Umgebungen Leipzigs mögeals Beleg dienen.

Der NameTypomctrie" stammt von dem Dia-kon Preuscheu, der seine Methode zuerstInge-Iiu;ii>'!<! ll'tt«wmnes" getauft hatte. Ueber die Sacheselbst siehe: August Gottlob Preuscheu,Grundrißder typometrischen Geschichte, Basel 1773. 8.";I. G. I. Brcitkopf,Ueber den Druck geographi-scher Karten, Leipzig 1774. 4."; sowie dessenBe-schreibung des Reiches der Liebe 1777" und Quellder Wünsche 1779", wo ncnc Kartenversnche mit-getheilt werden; A. G. (5amnS l>l«moi,'<z «ur I'im-1>re«s!o» <los <?i>ites xv«L>'. tN den AIvi». lle I'instit.Litt. et. o. ^. V., 41L."; vor allen aber I. Nitschlvon Hartcnbach,Neues System, geographischeKarten zugleich mit ihrem Kolorit durch die Buch-druckerpresse herzustellen, Leipzig 1840. 8."

Mathematischer Druck,

ist ein Zweig der Typometric und beruht ans demGrundsatze: mathematische Figuren, geometrischeZeichnungen, architektonische Pläne mittelst beweg-licher Typen znsammenznstellen und durch die Buch-druckerpresse zu vervielfältigen. Die frühesten Spu-ren seiner Anwendung, obgleich noch in höchstunvollkommener Weise, finden sich im Natdolt'schcnEuklid von 1482, von dem einige Ercmplare eben-falls die ErstlingSproben des Golddruckes enthaltenund iu Apian's und Tycho Vrahc's astronomischenWerken. Hierauf geriet!) diese Drnckwcise in Ver-gessenheit oder wurde von der Holzschneide- undKupferstechcrkuust verdrängt. Erst der unermüdlichthatige Breitkopf zog diesen Zweig der Typomctriewieder aus ihrem Dunkel hervor und machte wieder-holte Versuche im mathematischen Drucke, sowie in

der Herstellung von Knustzcichnnngen im Facheder Landschaft- und Historienmalerei, in letztererHinsicht besonders Köpse und Büsten. Sei es nun,daß ihm Letztere nicht genügten, oder daß andereGeschäfte seine Thätigkeit in Anspruch uahmeu, erist nie mit einem größeren W.'rkc dieser Art hervor-getreten. Erst in neuester Zeit hat Naffelspergerin Wien nebst dem geographischen Druck auch diesenKunstzweig gepflegt. Seine erfinderische Thätigkeithat auch hierin zu überraschenden Resultaten geführt;doch dürfte der mathematische Druck noch mancherVervollkommnung sähig sein. WaS er jedoch schongegenwartig zu leisten im Staude sei, mag bei-liegende Druckprobe eineö Schrisigießerosens mitAbleitungsapparat der Antimonialdämpfe dem Leservor die Augen führen.

Dotauischcr Druck,

ist daS Versahren, wo die typographische Kunst ansDarstellung von Pflanzen mittelst beweglicher Cha-raktere angewendet wird. Schon im Jahre 1727 hatteder Buchdrucker Funke in Erfurt aus Veranlassung desProfessors Kniephof einen Apparat aufgestellt, womitvon natürlichem Pflauzeu auf Schreibpapier schwarzeAbdrücke gemacht wurden. Fast gleichzeitig (1728)verfertigte der Engländer KirnhalS Pflanzenabdrückemit bunten Farben, welche Versuche sowol vonSeutter zu Augsburg 1734 als auf Anregung desGeheimratheS Büchner und mit Beihülfe dcS Pro-^ fessors Ludwig vom Buchdrucker Trampe in Leipzig wiederholt wurden. Doch war dies nur Krauter-druck und nicht eigentlicher botanischer Typendruck.Dieser kann als eine Erfindung BreitkopsS betrach-tet werden; wenigstens ist er der Erste, welcher sichähnliche Leistuugen zum Gegenstände seines Nach-denkens und mauuigfacher praktischer Versuche vor-gesetzt hatte; doch ist davon nichts in das Publieumgelangt. Etwa fünfzig Jahre spater hat der BriteWilliam Savage die Idee mit Geist und Thatkraftaufgegriffen und in seinenpi-iotlcal 1Ii»ts on<le<?oi'»tivg printlnA", l^oiulvii, 1822. in 4. anchin diesem Fache, sowie im Gold- und Bunt-drucke nicht gewöhnliche Proben dargelegt. Seindaselbst vorgestelltes Vouguet von roth, weiß und