XXXVI
daß Görres sein „Deutschland und die Revolution" sch«eb, wel-ches mit dem donnernden Mahnruf an die Fürsten schloß: vis-eito snstitiam inoiiiti, et von temnore vivos! Nichts kann beleh-render sein für die Emanzipation von allen Stimmungen und Strö-mungen als der Einblick in diese Blätter, in welchen das Herein-brechen eines erbarmungslosen Orkans mit urgewaltigem Ueber-zeugungsbrausen angekündigt ist. „Das Herz der Nation", heißt esz. B. da, „ist von der Institution des Bundestags, die man nurfür ein Provisorium zu nehmen sich gewöhnt hat (1819!) abgewen-det; auch nach einem Schattenkaiser ohne Kammer hat sie nicht diegeringste Sehnsucht. Nur einmal ist die günstige Gelegenheit an denMächtigen vorübergegangen; nun sie den Augenblick versäumt, hatsie sich zum anderen Orte hingewendet. Was vermag alle diploma-tische Kunst gegen die mächtige Naturgewalt, die sich in den Völkerntäglich mehr entdeckt? .... es treibt mit allen Trieben zur Ge-waltthat und zu allgemeinem Umstürze, und es geht der Ruf durchalle Lande: das Schwert der Ideen über Alle, die des Widerstandessich unterwinden"*)! —
*) Es war die Zeit, in welcher Sand eben den Koßebue umgebracht und einandrer Student mit Namen Löning einen Mordversuch gegen den nassauischcn Staats-minister Jbell gemacht hatte. Eine Menge von Schriften besprach die Frage derfür Deutschland angekündigten Revolution Unter diesem ausdrücklichen Titel er-schien sogar eine umfangreiche Brochüre, die mehrere Auflagen erlebte: „HatDeutschland eine Revolution zu fürchten? von I. Weitzcl. Wiesbaden 1819".Sie enthält viel noch heute Lesenswerthes: „Man sagt uns", heißt es zum Ein-gang, „daß wir mit raschen Schritten unserem Untergang entgegeneilen und selbst