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Gegen den Währungs-Umsturz / von Karl Helfferich. Mit einem Vorw. von L. Bamberger
Entstehung
Seite
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Anleihe in der Denkschrift «Deutschlands Währungspolitik» (S. 4h«Wenn das Haus Rothschild diese Anleihe bewilligt, so könntees das nur thun, um eine grofsartige Geldkrisis zu provozieren»,Und als Anmerkung fügte er noch hinzu: «Für die Bimetallistenwäre das Zustandekommen dieser Anleihe ein sehr erfreulichesKreignifs, denn dadurch würde der Kampf ums Gold erheblichverschärft. Scheitert die Anleihe, so ist die Existenz des Gold-mangels nachgewiesen.» Gescheitert ist die Anleihe nicht,sondern glänzend gelungen, ein «erfreuliches Kreignifs» für dieganze zivilisierte Welt, nur nicht für die Herren Bimetallisten.Herr v. Kardorff schob allerdings die Schuld an diesem glän-zenden Ergebnifs gelegentlich einer Währungsdebatte im Reichs-tag nicht etwa auf mangelnden Geldmangel, sondern auf dasungewöhnliche Geschick des italienischen Finanzministers.

Wie dem aber auch sein mag: Zu leugnen ist nicht, dafsniemals zu irgend einer Zeit die Goldwährung so sehr mit derUngunst aller natürlichen Verhältnisse zu kämpfen hatte als indiesen Jahren. Die überzeugtesten Anhänger der Goldwährungkonnten sich den schwersten Bedenken nicht verschliefsen. Zukeiner Zeit hätte man es der deutschen Regierung weniger ver-denken können, wenn sie dem Bimetallismus Konzessionen ge-macht hätte. Aber das that sie nicht. Betrachten wir den Gangihrer Politik.

Im Jahre 1881 liefsen Frankreich und die Vereinigten Staaten abermals Einladungen zu einer Münzkonferenz ergehen. Diesmalsandte Bismarck zwei Vertreter. Aber diese begnügten sich miteiner theoretischen Erklärung, dafs sie eine Rehabilitation desSilbers für nützlich und bei Freigabe der Silberprägung in einerAnzahl gröfserer Staaten für möglich hielten. Nur sei Deutsch-land nicht gesonnen, dabei mitzuthun. Es werde höchstens dieanderen Staaten unterstützen durch die Verpflichtung, eine be-stimmte Reihe von Jahren hindurch kein Silber zu verkaufenund durch die Zürtickziehung der goldenen Fünfmarkstücke undder Reichskassenscheine zu fünf Mark der Cirkulation von Silbermehr Raum zu schaffen. Auch könne man die silbernen Zwei-und Fünfmarkstücke umprägen lassen auf Grund der Relationvon 1 : 15,5. Lexis schreibt mit Recht über diese Konzessionen:«Trotz der theoretischen Anerkennung des bimetaliistischen Prin-zips liefen die Vorschläge der deutschen Delegirten praktisch