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Gegen den Währungs-Umsturz / von Karl Helfferich. Mit einem Vorw. von L. Bamberger
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Wechselwirkung den Preis der landwirtschaftlichen Produkteauf dem Weltmarkt noch lange Zeit nach der Entdeckung derweitesten Flächen des fruchtbarsten Bodens auf ihrer Höhehielten, ja sogar eine Steigerung möglich machten, und welcheandererseits dadurch, dafs sie den ganzen Ertrag verschlangen,den Anbau ungünstig gelegenen Bodens oder wenigstens dieVersorgung des Weltmarktes mit auf solchem Boden gewonnenenProdukten verhinderten.

Aber in steigender Ausdehnung wurden seit Beginn dersechziger Jahre unseres Jahrhunderts Eisenbahnen und Kanälegebaut, und zwar nicht nur in der neuen Welt und in Indien.Oesterreich-Ungarn und Kufsland sind schon seit Ende dersechziger Jahre mit rapider Schnelligkeit darin vorangegangen.

Es sei gestattet, diese Entwickelung mit einigen statistischenZahlen zu beleuchten.

Ende des Jahres 1860 war die Eisenbahnlänge in Oesterreich-Ungarn 5160 km, 1889: 26501 km, also eine Steigerung auf

das Fünffache. Für Rufsland sind die Zahlen für dieselben

Jahre 1589 km und 30 140 km, ein Anwachsen auf das Zwanzig-fache; für die Vereinigten Staaten 49255 km und 259687 km,eine Ausdehnung um mehr als das Fünffache. Für Britisch

Indien schliefslich erhalten wir folgendes Bild: Im Jahre 1860

war die Länge der Bahnlinien 839 engl. Meilen, 1870: 4775 engl.Meilen, 1880: 9308 engl. Meilen, und Anfang der neunziger Jahreetwa 17000 engl. Meilen; also auch für dieses wichtige Gebieteine Ausdehnung der Bahnen um das Zwanzigfache in dreiJahrzehnten. Es erübrigt nur, Deutschland daneben zu stellen,dessen Bahnlinien von 11 088 km im Jahre 1860 auf etwa 42000im Jahre 1890 angewachsen sind. Wir haben hier also nichteinmal ganz eine Vervierfachung. Für Grofsbritannienund Irland ergibt sich in dem Zeitraum von 1860 bis 1890kaum eine Verdoppelung der Eisenbahnlänge.

Von der Goltz (Landwirthschaftliche Taxationslehre S. 506)hat nun errechnet, dafs die Kosten für den Transport von einemZentner Roggen auf mäfsig guten Wegen etwa 13 Pfennige für10 km, bei schlechten Wegen etwa doppelt so viel, per Eisen-bahn dagegen nicht einmal ganz 2 Pfennige betragen. Man kannsich aus diesen einfachen Zahlen einen Begriff davon machen, wases bedeutet, dafs die russischen und insbesondere auch die indi-