teil, wenn nicht der Lederfabrikant drei Monate dato aufden Händler zöge. In den meisten Fällen aber verdoppeltsich der Dreimonatscrcdit durch die Dazwischcnkunft desBankiers. Der Ledcrhändlcr acccptirt einen Wechsel (eineTratte), welchen der Fabrikant nach drei Monaten zahlbarauf ihn zieht. Er hat aber außerdem noch einen Bankercdit,der auch in Form von Dreimonatswcchseln läuft, ihm dasGeld zur Einlösung der auf ihn gezogenen Tratten gegenein Accept liefert, das abermals nach drei Monaten erstin eine Baarzahlung ausläust. Wickelt sich die Sache auchnicht immer wörtlich in dieser Aufeinanderfolge ab, so kanndieselbe, wie sie eben geschildert worden, doch als Vorbildfür den größten Theil der Umsätze gelten. Ja auch dieGeschäfte, welche gar keinen oder wenig Credit geben, wür-den zu neun Zchntheilen nicht existiren, wenn sie nicht selbstCredit genössen. Die meisten Spezerciläden, in denen derKäufer sein Pfund Kaffee doch baar bezahlt, wären nie er-öffnet worden, wenn nicht der Kaufmann, welcher in Rio-Janeiro die Schiffsladung nach Antwerpen versendet, gegendiese drei Monate Sicht auf ein englisches oder belgischesHaus ziehen könnte. Und zwar muß er diesen Wechselziehen können, noch ehe er seinen Kaffee in Europa anirgendwen abgesetzt hat. Denn er braucht das Geld zumZahlen in Rio-Janeiro, noch ehe der Kaffee eingeschifft ist, undverkauft wird derselbe erst bei dessen Ankunft in Europa ,frühestens ausnahmsweise „schwimmend", d. h. während derUcbcrfahrt. Statt auf den Mann, der ihm seinen Kaffeeabnimmt, zieht daher das brasilianische Haus auf ein Bank-haus in Europa seinen Wechsel drei Monate nach Sicht,was bei einer Ueberfahrt von Rio-Janeiro herüber einen Credit
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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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