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Er bezicht nur den Zins, er veräußert nicht die Sache selbst.Er „handelt" nicht mit seiner Sache, sondern verharrt inRuhe bei derselben; er schlägt nicht um und braucht da-her auch lein Triebwerk, keinen Repräsentativgcgenstand fär-ben von ihm in den Verkehr gebrachten Werth, der ihm ge-stattet, denselben von neuem anzuschaffen, ehe dessen Gegcn-werth von seinem Abnehmer ihm wiedererstattet ist. Bisvor fünfzig Jahren etwa war der Hypothekar-gläubiger inden weitaus meisten Fällen gerade ein solcher Mann wiejetzt nur noch der Wohnungsvermicther ist. Er lebte vondem Zins, den er von seinem hypothekarischen Darlehn be-zog, und brauchte kein Papier, als die ein für allemal aus-gestellte Vcrbriefung. Aber seitdem das Leihen auf Hypo-theken ein Geschäft, ein Handeln, ein Umschlagen gewordenist, bedurfte es auch eines verkäuflichen Papiers, mittelsdessen die eben dargeliehene Summe sofort als Anweisungauf künftige Einkäufe zu Geld gemacht werden kann. DiePfandbriefe sind keine Wechsel, aber sie sind für den Jm-mobiliarvcrkehr das, was der Wechsel für den Mobiliarvcr-kchr ist. Sie gestatten der Hypothekenbank, viel mehr Hypo-theken zu machen als ihr Kapital erlaubt, indem sie jedeForderung, die sowol an Zins als an Kapital noch nichtfällig ist, verwerthet, um neue Vorschußmittcl zu be-schaffen. Das Institut der Pfandbriefe ist wie geschaffenum zu zeigen, wie ein Verkehrsvcrhältniß aus der bloßenGeldwirthschaft in die Creditwirthschaft hinauswächst unddadurch die Vervielfältigung der zum Leben nöthigen An-stalten (hier Häuser) gestattet, das allgemeine Wohlbefindenvermehrt. Vielleicht kommt einmal eine Zeit, in der großeMiethsgesellschaftcn Dreimonatwechsel auf die Miether ziehen