sozusagen keine Mühle mahlen könnte ohne den gleichzeitigenGang des großen Räderwerks, welches den Umschlag derErzeugnisse von Hand zu Hand in dem beschleunigten Zeit-maß ermöglicht, dem allein die unendliche Vervielfältigungder gewerblichen Thätigkeit unserer Tage verdankt wird.Selbst im wildesten Jahre zählen die improvisirtcn Börsen-werthc nur nach Hinderten von Millionen; aber selbst inJahren des Rückschlags zählen die in Wechseln umgesetztenBeträge nach Tausenden von Millionen. Im Jahre 1873betrug die Wechselstempelstcuer des deutschen Reichs 2,616000Thlr.; da die Steuer ein halbes von: Tausend erhebt, soweist dies eine Ausstellung von Wechseln im Betrage vonmindestens 5,232,000000 Thlrn. nach. Bedenkt man, daßbei keiner Abgabe vielleicht so viel hinterzogen wird, wie beidieser, so kann man mit Gewißheit annehmen, daß in: ge-nannten Jahre der deutsche Handel weit über 5 MilliardenThlr. Wechsel verbraucht hat, d. h. drei und dreiviertel malmehr als die kolossale Kriegsentschädigung betrug. DerUmsatz allein der Preußischen Bank an Wechseln aufs In-land belicf sich im Jahre 1873 auf 1927 Millionen Thlr .Dagegen nach einer von einem Fachblatte gcgcbcncnZusammen-stellnng betrug im Jahre 1873 die Gcsammtsnmme der inDeutschland losgelassenen Papiere 375 Millionen Thlr.,d. h. nur den vierzehnten Theil der geschaffenen Wechsel.Nach den neuesten Angaben stellt sich für das Jahr desRückgangs 1874 der Abstand noch viel stärker dar. Figu-riren in den erwähnten Ziffern auch solche Wechsel, welchebehufs Börsenoperationcn ausgeschrieben wurden, so bildendiese doch einen verschwindend kleinen Theil. Denn, umdies hier sich unmittelbar anschließende Moment hervorzu-
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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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