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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
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heben: die großen Banken (welche allein diesen Namen ver-dienen, wie die großen Staaten allein den Namen Staatverdienen), welche allein bei richtig organisirtem Verkehrs-wesen übrigbleiben, beobachten als wohlbewnßten und durch-weg für richtig anerkannten Grundsatz: daß, sobald ihreDienste über Gebühr in Anspruch genommen werden, sieihre Leistungen zunächst aus Kosten aller Operationen, dienach Börscnlnst riechen, einschränken und ihre Discon-tirungcn mit Vorliebe zu Gunsten derjenigen Wechsel auf-recht erhalten, welche aus dem regelmäßigen und natürlichenBedarf des Waarenhandels entspringen. Bei allen Krisen,welche nicht durch bloßen Mctallabfluß, sondern durchschwindclhaste Uebertreibungen hervorgerufen wurden, habendie großen Banken Europas es viel bewährter gefunden,das aus fictiven Umsätzen hcrvorgegangene Papier zurück-zuweisen und das aus reellen entstandene aufzunehmen, alsdurch endlose Erhöhung des Zinsfußes den gesunden Ver-kehr zugleich mit dem ungesunden zu treffen.

Deutlicher als durch dies Verfahren kann wol nichtbewiesen werden, daß die Banken für den ernsten, soliden,völkerernährendcn Handel da sind, daß er sie und sie ihnnicht entbehren können. Freilich sind Banken misbrauchtworden, um Börsenspiel zu treiben; freilich hat man Bankengegründet", um Material für Börsenspiel zu schaffen;allein es waren das niemals Banken im wirthschaftlichenSinne des Wortes, es waren nicht solche, welche künftig imDeutschen Reiche existiren sollen, und alle misbräuchlich ge-schaffenen und ausgenutzten Banken verschwinden in ihrerBedeutung für das Erwerbsleben, verglichen zu der großenernährenden Thätigkeit der großen Banken. Die ganze Börse