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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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Satz aus dcr Logik:Das Ding ist, folglich kann es auchsein!" Aber zum Zweck unserer Untersuchung müssen wirdoch ein wenig wissen, warum es so sein kaun, daß z. B.heutzutage in ganz Deutschland jeder Verkäufer einer Waaredieselbe mit Vergnügen ausliefert, wenn ihm dcr Preis inZetteln bezahlt wird, auf welchen die Unterschrift dcr Preu-ßischen Bank steht. Vielleicht sind dem geneigten Leser schonviele Tausende von Thalern in solchen Zetteln durch dieHand gegangen, und so sehr ist er in die Sicherheit einge-lebt, diese als gleichbedeutend mit klingendem Silber undGold zu achten, daß er sich noch nicht ein einziges mal dieMühe genommen hat, nachzusehen, was eigentlich daraufgedruckt steht. Will er es aber diesmal thun, so wird ersogleich hinter das Geheimniß dieser wunderbaren Krafteines farbigen Stückes Papier kommen. Die Worte lautennämlich so:Fünfundzwanzig Thaler zahlt die Hauptbank-kasse in Berlin ohne Legitimationsprüfung dem Einliefererdieser Banknote." Und da unter dem Wortzahlt" hierdie einzige nach Landcsgcsetz denkbare Zahlungsart, nämlichin klingender. Münze, verstanden ist, so trägt der Besitzerdes Zettels eine Zauberformel in der Hand, mittels derener allzeit die 25 klingenden Thaler hcrbeibeschwören kann.Die Sache hört damit auf räthselhaft zu sein; was aberdas Wichtigste ist: sie setzt uns sofort auf den richtigen Weg,zu prüfen, wie eine Bank beschaffen sein muß, damit ihreZettel jenen Zauber bewirken. Der Text enthält, wie wirgelesen haben, ein Zahlungsversprechen.Versprechenund Halten ist zweierlei", sagt der Volkswitz. Hier gilt esnun, daß Versprechen und Halten einerlei sei. Das ist derganze Witz des Bankwesens. Alle Weisheit, die über die