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dehnbar als die Noten, und die letzte Zuflucht derer, dieCredit brauchen, um die Krise zu überstehen, versiegt.Denn wenn in einer Krise stets solche figurireu, die noth-wendig und zur Gesundung des Ganzen darin zu Grundegehen müssen, und denen besser nicht durch neuen Creditgeholfen wird, so setzt sich doch die Mehrzahl aus solchenzusammen, denen zu helfen ist, weil sie weniger schuldig indie Katastrophe verwickelt wurden und nur Zeit brauchen,um wieder zu genesen. Als treffendes Beispiel einer solchenKrise, welche mit Noten nicht in Verkettung gebracht wer-den kann, wird immer die Hamburger Calamität des Jahres1857 aufgeführt; und in der That gibt es keinen Vor-gang, der die von uns hier vertheidigte Ansicht besserbeleuchtete als jener Hamburger Fall. In dieser freienStadt gab es nämlich keine Banknoten. Aller Geschäfts-verkehr beruhte auf rein metallischer Grundlage. Und dochkam ein Ungemach über sie, wie in den Annalen der Geld-verlegenheiten kaum jemals ein härteres verzeichnet steht.Wie immer (ausgenommen den Fall der durch politischeEreignisse hervorgerufenen Geschäftsstörnngcn) war auch dieKrise in Hamburg durch »»bedachtsame und ausschweifendeUnternehmungen heraufbeschworen worden. Einerseits hatteder Ausfuhrhandel ganz unmäßige Verhältnisse 'angenom-men, die ungeheuern Waarcnscndnngcn ins Ausland warenauf Crcditgcwührungcn basirt, die dadurch eingegangenenZahlungsverpflichtungen sollten durch den heimkehrendenErlös der verschifften Waaren abgetragen werden. DieVersender der im Jahre 1856 im Belaufe von mehr als600 Millionen Thlr. verschifften Waaren hatten auf Ab-nehmer gerechnet, die nur in ihrer Phantasie cxistirten. Die