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hängen. Man kann kühnlich die Behauptung aufstellen: eineBank, die so handelt, daß sie stets ihr Augenmerk daraufrichtet, unter allen Umständen ihre Zahlungsverpflichtungeneinhalten zu können, wird niemals dem Gemeinwesen einenSchaden zufügen.
Woraus nun entspringt die Gefahr? Zunächst aus derUebertreibung des Princips selbst, d. h. aus seiner falschenAnwendung. Jedes Ding will sein Maß haben, sonst schlägtauch das Beste zum Schädlichen um. Wir haben die Mög-lichkeit des ganzen Systems, mehr Zettel im Umlauf alsMetall im Kasten zu haben, eben daraus abgeleitet, daß einTheil der Zettel zu jeder Zeit sich draußen herumtreibenwird. „Ein Theil" sagt aber nichts. Alles kommt bcgreif-lichermaßcn darauf an, zu wissen, welcher Theil? Da sitztder Knoten, da steckt das wahre Geheimniß der Kunst, ausPapier Geld zu machen. Wie will man das ausrechnen?
Die lange Gcschäftsgcwohnhcit der Nationen hat sich indiesem Punkte mit einer recht einfachen Regel behelfen zukönnen geglaubt. Sie meinte, wenn der dritte Theil desWerthes der draußen umlaufenden Zettel in Baar bei derBank zu Hause vorräthig sei, so sei diese auch gegen einenunvorhergesehenen plötzlichen und anhaltenden Zudrang vonEinlösnngsbcgehrcn reichlich gesichert. Die meisten deutschenBanken, und auch die Preußische, leben auf diesem Fuß.Andere begnügen sich mit einem Viertel. In Belgien istdie Regel doch kann mit königlicher Ermächtigung auf'Z hcrabgegangcn werden. In Holland wird je nach denZcitnmständcn grundsätzlich durch königliche Verfügung dasVerhältniß „bis auf weiteres" vorgeschrieben (zeitweise istes 2/z); bei der soliden französischen Bank endlich besteht