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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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weder gesetzlich noch statutarisch eine bindende Vorschrift überdiesen Punkt, sondern alles ist der Weisheit der oberstenLeitung anheimgestellt, die wol einigermaßen die Drittcls-dccknng als Norm ansieht, aber jedenfalls durch ihre Führungeinen nicht zu verachtenden Beleg gegeben hat, daß auchohne zwingende Schranke das Gute in diesem Geschäftsgangzu sichern ist. Von der englischen Bank werden wir dem-nächst ausführlicher zu reden haben.

Diese Deckung, welche wir, nach ihrer häufigsten Be-grenzung, die Dritteldecknng nennen wollen, ist also wohl-verstanden nicht bestimmt, dem täglichen Bedürfniß zu dienen;ihre einzige Bestimmung ist, ein Nothpfcnnig zu sein,denn sie soll ja in regelmäßigen Zeiten unberührt bleiben, alsonicht dienen. Für die Tagcsbedürfnissc muß derjenige Baar-vorrath dienen, welcher über die Dritteldecknng hinaus-geht, und es folgt hieraus, daß eine Bank, welcher Drittel-deckung vorgeschrieben ist, stets mehr als V-, "n Kastenhaben muß. Zu diesem Ucbcrschuß kommt dann ferner dertägliche Zufluß, welcher in der Hauptsache den Beruf hat,dem täglichen Abfluß das Material zu liefern; denn eineBank, welche ihre Mittel vorzugsweise in Wechseln anlegt,hat bei der großen Masse derselben natürlich täglich kolossaleBeträge aus denselben cinzukassiren. Wenn die PreußischeBank im Jahre 1873 über 2,200000 Stück Wechsel durchihre Brieftaschen wandern sah, deren Durchschnittsvcrfallzeittheils 30, theils ö7 Tage war, so kann man daraus ent-nehmen, wie der tägliche Zufluß in regelmäßiger Weise denPegelstand der Baarmittel zu erhalten genügt. Man hatsich also die Decknngsmittcl einer gesunden Bank gleichsamals drei Schichten zu denken. Die oberste Schicht bildet der