Druckschrift 
Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

Bereits haben wir Gelegenheit gehabt, zwei gewichtigeGründe hierfür beizubringen. Der eine besteht darin, daßnach Maßgabe der Höhe und der daraus erfolgenden Ver-theilung des Notenbctrags auch die Wahrscheinlichkeit einesüberwältigenden Zusammentreffens rückflutender Noten ab-nimmt.

Der zweite Grund liegt in der natürlichen Zusichcrunghinreichender Thätigkeit und hinreichenden Gewinns, welchemit der Gebictsausdchnung wächst. Was wir oben zuGunsten der unverzinslichen Geldbeschaffung der Banken ge-sagt haben, das paßt ebenso auf die Nothwendigkeit derOrganisation im größten Maßstab. Eine Bank, die gesundsein soll, muß die Geschäfte an sich herankommen lassen.Sie muß ein großer Herr sein, zu dem man sich bemüht,nicht ein Hausirer, der dem Kunden das Haus einläuft, da-mit dieser ihm seine Waare abnehme. Nur dann ist sie solid,nur dann prüft sie weise, ehe sie Credit gibt. Man sagt denkleinern deutschen Zettelbanken im ganzen mehr Böses nachals sie verdienen, und sie haben sich eigentlich nicht ganz soschlecht bewährt, als der Zorn der Theorie erwarten ließe.Aber daß sie gerade in diesem Punkte gesündigt haben, stehtaußer Frage; die kleinen Banken sind mit ihren Zettelnhausircn gegangen. Jeder, der etwas Einsehen in dieGeschäfte hat, weiß das. Sie haben die Bankiers undsonstigen Geldvermittler geschmiert, damit dieselben ihreNoten in den Verkehr brachten; sie haben Commissionen undCreditcrleichterung zu diesem Zweck gegeben. Wie konntensie auch anders? Wenn die Banken von Bückeburg , Mei-ningen oder Homburg vor der Höhe hätten sollen warten,bis die in ihrem natürlichen Gebiet arbeitenden Geschäfte