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sie in Anspruch genommen, so hätten sie ihr Leben in einemnichts weniger als süßen Nichtsthun verbracht. Cs gibtallerdings eine Sorte von dilettirenden Theoretikern, welchedie Aufgabe der Zcttelbanken just darein setzen, beimCrcditgeben recht leichtlebig zu sein. Sie meinen, diegroßen Geldanstalten seien dem kleinern Mann zu sehr ver-schlossen, sie dienten zu einseitig dem großen Erwerb undhätten ein steinernes Herz für den Bescheidenen. Die Haupt-sache ist aber, daß die großen Banken nicht falliren dürfen,denn darunter leidet klein wie groß am meisten. Diekleinen Leute sind meistens solid, aber man muß bei ihnen,wie bei den großen, die soliden von den unsoliden unter-scheiden können, und je mehr der Kreis der Kunden sich insWeite und Einzelne erstreckte, desto schwerer wird diese Unter-scheidung. Hier tritt die Theilung der Arbeit zwischen dergroßen Bank und den ihr in die Hand arbeitenden Anstaltenund Privathänsern in Geltung. Einen glänzenden Beleg zudiesem Ineinandergreifen liefern unsere Volksbanken. Undwo solche oder andere Vermittelung zwischen dem Klcinbedarfund der großen Bank cxistirt, da steht diese jenem mit Be-reitwilligkeit offen. Sie zieht ihn dem Börscnkunden beiweitem vor. Auch ist leichtsinnig borgen und dem kleinenManne borgen ganz zweierlei.
Was von dem Grade der Vorsicht im Ausleihen, dasgilt noch stärker von der Beschränkung des Geschäftskreises.Wir haben gezeigt, daß der Geschäftskreis einer Bank aufwenige Arten von Thätigkeit beschränkt sein muß. Selbst-redend ist das nur denkbar bei einem Geschäftsgebict, welchesdurch Masse der Beschäftigung ersetzt, was an Vielfältigkeitabgeht. Kleine Banken müssen nicht nur mit dem normalen