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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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rika und England . *) Auch haben die finanziell gutgcsittetcnund erleuchteten großen Culturländcr Europas sich überallmit einer Energie zum Grundsätze der Banlcinhcit bekehrt,der allein genügen könnte, unsere Ueberzeugung für denselbenzu gewinnen. Denn nicht geleitet durch vorgefaßte Theorie,sondern an der Hand praktischer Erfahrung sind diese Län-der zur Bankcinheit gelangt. Bei Frankreich könnte mandenken, es sei der Geist der politischen Centralisation, wel-cher die Bankeinheit durchgesetzt habe. Allein die Detail-geschichte der französischen Bank widerlegt diese Vermuthung.Der eigentliche Organisator der unter dem Consnlat ge-gründeten und unter dem ersten Kaiserreich in ihre dauerndeForm gebrachten Bank, der Graf Mollien, war ein prin-cipieller Gegner der Bankcinheit. Aus Leibeskräften sträubteer sich gegen die Tendenz, den Wirkungskreis der Bank überParis hinaus auf ganz Frankreich zu erstrecken. Er wolltedie Provinzialbanken erhalten und neue erstehen lassen. Nurder Druck des Geschäftsgangs führte immer mehr zur Cen-tralisation hin. Vollendet ward sie erst im Jahre 1848unter der Republik , unter dem wenigst centralistischcn Regi-ment, das Frankreich gehabt hat. Und was trieb damals aufdie Nothwendigkeit hin, die Provinzialbanken zu beseitigen?Einzig die große Lehrmeistern!, die Noth, die erlebte Noth.Mit Eintritt des Zwangscurses ward dem Verkehr hand-greiflich die Einsicht aufgenöthigt, daß es unleidlich sei,zweierlei Noten für dasselbe Land zu haben. Und der Zwangs-curs war hier nur ein Anlaß, die Empfindung für einen

*) Im Jahre 1839 stellten in Nordamerika 959 Banken ihrZahlungen ein!