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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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überhaupt exisürendeu Misstaud zu steigern, nicht etwa ihnerst hervorzurufen. Denn der Zwang, den Zettel durchsganze Land wie Geld anzunehmen, ersetzt in solchen Lagennur die freie Sitte, die, soll es mit rechten Dingen zugehen,durch die Natur der Sache von selbst herbeigeführt wird.Eine richtige Banknote muß überall aus freien Stücken soangenommen werden, wie wenn das Gesetz dazu zwänge.So ist auch jahrein jahraus der Zustand z. B. in Frank-reich vor dem Eintritt des letzten Zwangscurses gewesen;und die Franzosen würden heute, nachdem sie die Wohlthatder Noteneinheit gekostet, um keinen Preis zur Mehrheitzurückkehren wollen. Man frage einmal in Roucn, Bor-deaux oder Lille nach, ob diese Städte wieder ihre ehemaligenProvinzialbankcn wollen?

Noch schlagender ist das Beispiel von England , demMustcrstaat der Selbstverwaltung und Decentralisationwenigstens noch vor dreißig Jahren, denn in den letztenDecennicn hat sich der Geist der Gesetzgebung ein wenignach der andern Seite gedreht. Die Bankactc von 1844hat zwar nicht mit allen neben der Bank von England be-stehenden Banken aufgeräumt, aber sie ist eingestandener-und offenkundigerweise dem Zwecke gewidmet, alle Nebcn-banken auf den Aussterbe-Etat zu setzen und ihr frühzeitigesEnde nach Möglichkeit zu befördern. Auch ist dieser Zweckbereits bei einem großen Theil seitdem in Erfüllung gegan-gen. Eine Anzahl der überlebenden haben sich dahin ver-ständigt, daß sie nur mit Noten der Bank von England arbeiten.

Im Königreich Belgien hat, wie in Frankreich , die Er-fahrung dazu geführt, die früher bestandene Mehrheit der