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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Banken seit dem Jahre 1850 in eine einzige zusammenzu-ziehen. Das Königreich der Niederlande , der alte Staatder provinzialen Freiheiten und Bündnisse, hat nur Eine Bank(d. h. immer Zettclbank).

Gegen die Autorität solcher Vorgänge kann das Beispielder Schweiz nicht angerufen werden, eines zum größten Theilbäuerlichen Gemeinwesens, das mit seinen kapitalistischen und industriellen Hauptpunkten nach den größer» Nebcn-ländern gravitirt und bis zum Jahre 1870 nicht einmalseine Hauptmünze, das Gold, selbst herstellte, sondern derfranzösischen Circulation entlieh!

Endlich sprechen dieselben Gründe, welche für die Einheitdes Münzwesens gelten, für die Einheit der Notenausgabe.Wer hat sich nicht mit der vollsten Ueberzeugung dem jüngstbei uns nach langem Ringen durchgesehen Princip ange-schlossen, daß nur das Reich münzen, daß dieselben Werth-zeichen, und diese ausschließlich im ganzen Reiche gelten sollen!Aber Banknoten sind Geld. Mögen die Theoretiker überihre Natur streiten, wie die Theologen über die der Drei-einigkeit, für die Welt der thatsächlichen Vorgänge sind sieGeld, sollen sie Geld sein. Auch diese Betrachtung zwingtzum Schluß auf die Bankeinheit.

Sowie es zwei Banken gibt, sind sie, wie alle Dinge inder Welt, einander nicht völlig gleich; sie sind verschiedenenKalibers, flößen Vertrauen in verschiedenem Grade ein. Be-stehen sie auf demselben Gebiete nebeneinander, so bringensie dadurch Ungewißheiten, Schwankungen in dem Verkehre,wenigstens in Zeiten der Unruhe; bestehen sie auf verschie-denen Gebieten desselben Landes, so heben sie die Einheitdes Gebictsverkehrs auf.