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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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I. ABSCHNITT.

was für die Cantono Altkirch und Dammerkireli in der En-quete gesagt wird.

Bedürfniss nach Weidefläche gibt es hier nicht wiees obenstellende Tabelle nachweist, sind deren keine in derhiesigen Gemarkung nur tritt hier ganz fühlbar das Be-dürfniss nach grossem Wiesenflächen und ausgedehntermFutterbau auf. Auch hier in Ober-Spechbach stehen dieAeker und Wiesen nicht in richtigem Verhältniss unddies wird allgemein als 1:3 angenommen; wenn schonder Abstand des hiesigen Coefficienten kein sehr grosser ist er beträgt 1 : 3,33., so lässt sich das Bedürfniss nachWiesenflächen doch in sofern fühlen, als es nothwendig wird,die Viehzucht auszudehnen in Folge der eingetretenen Un-rentabilität des Getreidebaues.

Es wurde uns mitgetheilt, dass schon Umwandlungenvon dazju geeignetem Ackerfeld zu Wiesenflächen vorge-kommen seien; das Bestreben nach grösserer Futterproductiontritt überall zu Tage.

§ 2 .

Der landwirtschaftliche Betrieb im Allgemeinen.

Der landwirthschaftliche Betrieb in der Gemeinde Obor-Spechbach, sowie auch in ihren Nebengemeinden, ist die ver-besserte Dreifelderwirthschaft mit durchgehends bebauterBrache.

Der Körnerbau und die Viehzucht bilden für die hiesigeGemeinde die wichtigsten Erwerbsquellen. Der Körnerbauist aber seit einigen Jahren nicht mehr rentabel genug inFolge der Ursachen, die allbekannt sind, und die wir nochin dem Abschnitt über Hüttenheim erwähnen werden.

Die hauptsächlichsten Producte der hiesigen Landwirth-schaft sind Getreide, hauptsächlich Weizen und Roggen,Hafer und ein wenig Gerste. Hier in Ober-Spechbach wirddie Brache zu einem Drittel mit Klee, zum andern mit Kar-toffeln und dem weitern Drittel mit Runkelrüben angepflanzt.

Genauere Zahlen über die Felderbestellung auf der hie-sigen Dorfmark anzugeben, ist uns nicht möglich, da wir die