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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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DAS DORF OBER-SPECHBAC1I.

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Jedoch ist ein wichtiger Umstand zu bemerken: eshaben nämlich die Ober-Spechbacher auch noch Besitzungenin den fremden Bannen, und können noch ihre Bewirth-schaftungsfläclien durch Zu pachten vergrössern.

Was sie in fremden Bannen ihr Eigenthum nennen,welche Ausdehnung das Pachtwesen hier einnimmt, daswerden wir noch an geeignetem Orte erörtern.

Die Eindringlinge in die hiesige Gemarkung sind sehrzahlreich wie nachfolgende Tabelle dies zeigen wird. Esscheint, als ob ein harter Kampf um den Besitz ihres Bannesgeliefert werde zwischen den hiesigen Bürgern und den An-gehörigen anstossender Gemeinden.

Sieht man, wie zahlreich die fremden Besitzer im Flur-buche aufgezählt sind, so möchte man geneigt sein, dieUrsachen dieser Erscheinung in einer frühem Zusammen-gehörigkeit der Banne Ober- und Nieder-Spechbach zusuchen; denn besonders die Nieder-Spechbaeher besitzen vielin hiesiger Gemarkung.

Seit wann die Markgemeinschaft zwischen den zweiDörfern aufhört, lässt sich nicht feststellen; dass sie einmalexistirte, das glauben wir, unterliegt keinem Zweifel. Ober-Spechbach und Nieder-Spechbach waren früher auch einePfarrei.

Natürlich liegt auch ein wichtiger Grund dieser Er-scheinung in der Kleinheit aller dieser zahlreichen, dicht an-einanderliegenden Dorfschaften, besonders im AltkircherKanton.

Die Gemarkungsfläche von Ober - Spechbach beträgt387 Hektar, diejenige von Nieder-Spechbach auch nur408 Hektar.

Somit entfallen in ersterm Dorfe auf einen Einwohnernur 0,92 Hektar, im andern Orte auf den Kopf auch nur0,91 Hektar, ein Yerhältniss, das viel günstiger sich gestaltet,als die entsprechende Aufteilung unter den rein landwirt-schaftlichen Bewohnern des dritten Dorfes Hüttenheim (0,66Hektar pro Kopf, nach Abgang von 500 Fabrikarbeitern);in Bezug auf die mindere Ertragsfähigkeit der hiesigen Aecker