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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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1)AS DORF OBER-SPECHIUCli.

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hiesigen Grundstücke zu sprechen. Hierbei ist aber zu be-merken, dass das Kataster in dieser .Beziehung nicht zuver-lässig ist; denn, als im Jahre 1836 das Kataster errichtetwurde, wurden sehr viele Güter in die respectiveu erstenKlassen gestellt, was nicht aus dem Be wustsein einer lang-jährigen Erfahrung hervorgegangen ist, sondern folgende Ur-sache hat, die recht drastisch den politischen Eigendünkelder damaligen Bauern erkennen lässt.

Damals hatte Frankreich ein Wahlrecht nach der Höheder Besteuerung; nur wer eine gewisse Summe Steuern(Grundsteuern) entrichtete, war Wahlbürger. Da galt es,sich zu strecken, um die nöthige Summe entrichten zu müssen,und daher die hohe Zahl der Güter erster Klasse.

Heute beklagen die Bauern den Stolz ihrer Väter undbehaupten zu ihrem Nachtheil zu viel Kontribution vonihrem Grund und Boden zu zahlen.

Thatsächlich seien nicht so viel Güter erster Klassevorhanden und in der That sticht das Willkürliche dieserAbschätzungen ganz grell hervor, wenn man sieht, dass zweigleichartige und sogar neben einander liegende Parzellendessen ungeachtet nicht in derselben Bonitätsklasse sich be-finden.

Es sind somit die nachstehend mitgcthcilten Zahlen nichtso zuverlässig, als sie sein sollten; jedoch werden sie immerhinnoch der Beachtung werth sein.

Im Allgemeinen können wir behaupten, dass die Boden-verhältnisse gut sind:

0/0 derAckert!.

pro Hektar

fr.

1 .

Kl.

38

ha

86 a

88

m =

14,02

Reinertrag

32

2.

5 ?

46

v

56

79

fl

16,55

r>

25

3.

fl

37

n

51

41

r> =

13,54

V

20

4.

fl

111

a

£

cc

93

n

40,37

D

16

5.

n

42

7?

90

53

r>

15,52

fl

11

Zusammen 277 ha 70 a 54 m = 100,00 °/o der Ackert!.Gärten 1. Kl. ha 71a 37 m

2 *