DAS DORF GEBERSCHWEIER.
55
sind auf Nebenverdienst angewiesen, den sie auch reichlichim Dorfe finden.
Da der Rebbau sehr sorgfältig ausgeführt werden muss,und immer eine gute, technische Ausbildung beim Arbeitervoraussetzt, so siu . is diese Leute, welche die zuverlässigstenArbeiter liefern. Unsere Leser werden dies leicht verstehen,wenn wir ihnen die zahlreichen Arbeiten im Rebberge an-deuten.
Die Schnitt- und Erziehungsart der Rebe im Eisasswird mit besonderer Rücksicht auf Massenerzeugung aus-geführt.
Man lässt an jedem Stock ein bis drei Hauptstämme,„Schenkel“ genannt; jedem Schenkel wird eine Tragrebe„Gerte“, aufgeschnitten, manchmal auch zwei. Die Schenkelwerden mit drei Bändern von Weiden am Pfahle befestigtund die Tragrehe heruntergebogen und an den Schenkel ge-bunden.
Die oberen Triebe werden im Laufe des Sommerskunkelartig um den Pfahl herum vertheilt aufgeheftet; dieseliefern dann im folgenden Frühlinge neue Gerten, zum Er-satz der alten Bogen.
In Geberschweier werden die Stöcke sehr hoch gezogen,so dass — besonders in den alten Reben ist dies der Fall,— die Trauben oft mit kleinen Leiterchen herunter geholtwerden müssen. Jetzt aber zieht man nicht mehr so hoch,da die Pfähle zu theuer kommen. Um noch mehr an den-selben zu sparen, haben schon sehr viele Rebleute Draht-anlagen gemacht. Der Bau der Reben wird im Allgemeinensehr sorgfältig ausgeführt; man spart keine Mühe und keineArbeit an dem Rebstücke, und hier ist gerade die grosseParzellirung der Güter die Ursache sehr intensiver Kultur.
Der Dünger besteht nur aus Stalldünger, und es wirdin Geberschweier reichlich Dünger eingeführt. Es kommenbis 100 Kubikmeter pro Hektar in Anwendung.
Chemische Düngermittel wurden noch wenig gekauft.Schuld daran ist die Furcht vor Betrug beim Ankauf, undauch noch, dass der Bauer nicht gerne Versuche anstellt,sich erst einer Verbesserung anschliesst, wenn er irgendwo