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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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UI. ABSCHNITT.

sowie der grossen Unternehmung der Spinn- und Webereivon Hüttenheim, die ihren Besitz über 49,6463 ha aus-dehnt, also nach Abzug dieser drei Posten von zusammen498,7465 ha nur noch 562,8282 ha.

Den fremden Privaten, nach Abzug der Güter todterIiand, restiren 114,0147 ha. Nun besitzen aber die ITütten-heimor Bauern in den drei Nachbargemeinden Benfeld , Herz-feld und Sermersheiin 87,3068 ha; somit verfügen sie eigen-tümlich über 650,1350 ha. Pro Kopf der Einwohner er-gibt sich hieraus der kleine Antheil von 0,2757 ha.

Theilen wir nun die Gesammtfläche der Gemarkung1237 ha unter die Einwohner des Dorfes, so entfällt aufjeden Kopf 0,5250 ha und auf jede der 473 Haushaltungen2,61 ha, eine Besitzung, welche im Eisass nur unter dengünstigsten Klima- und Bodenverhältnissen ihren Besitzermit Familie ernähren könnte.

Theilen wir aber nur den landwirtschaftlich benutztenBoden 846 ha in die obige Anzahl Haushaltungen, sowird der ideelle Antheil einer jeden noch kleiner: 1,88 ha.

Günstiger würde sich diese Theilung gestalten, wennman nur die Anteile jeder landwirtschaftlichen Familieausrechnete.

Von den 320 vorhandenen erhielte eine jedeeinenAntheil von 3,86 ha, beinahe 4 ha und dies reichte aus inHüttenheim, bei gleichbleibender Ausdehnung des Anbauesvon Ilandelspflanzon, um den Wirt mit seinen Angehörigenzu ernähren.

Im Anfang unseres Jahrhunderts war dies Yerhältnissbedeutend besser; denn im Jahre 1801 zählte Hüttenheimnur 101 holzberechtigte Bürger.

Die Landwirtschaft allein könnte jetzt nicht alle Leuteernähren. Dieser Zustand ist aber auch neuern Ursprungs;die hier bestehende Textil-Industrie hat eine grössere Be-völkerungsmasse hierher gezogen. Dabei aber steht im All-gemeinen die hiesige Landwirtschaft nicht im Nachtheil,ja vielmehr es war dies ein Ereigniss, welches die wirt-schaftliche Lage der Bauern sehr merkbar aufbesserte