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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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DAS DORF HÜTTENHEIM.

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selbst: "Weil wir, wenn wir ankaufen, nickt so nackrechnen,wie wir es eben thaten.

Wie man mir mittheilte, wurden hier für gute Aeckerschon erstaunlich hohe Preise bezahlt bis 8000 Mark proHektar; dies zu verzinsen ist kein Produkt im Stande; derTabak allein ergab in der Berechnung für ein Grundkapitalvon 4800 Mark eine Verzinsung von3 ü /° nebst einem Netto-überschusse ungefähr in demselben Verhältnisse. Somitist der Tabak doch immer die Pflanze, welche hier denBauern allein in der Höhe halten kann, wenn nicht diePreise noch weiter fallen.

DIE PACHTPREISE.

Dass die Kaufpreise aucli auf die Pachtpreise einwirkenmussten, dass diese mit jenen stiegen und sanken, konntenicht ausbleibcn.

Wir haben schon gesagt, dass die Gemeinde ihre All-mende verleimt; vor der Darstellung der Bewegung in denPachtpreisen der Güter wollen wir ferner noch mittheilen, dassdie verpachteten Feldgüter rund 120 Hektar ausmachen.

Der Durchschnittspreis der 10 letzten Pachtjahre betrug0,42 M. pro Ar, während die höchsten Preise in die zweiteHälfte der 70er Jahre fallen mit 0,47 M. und die niedrig-sten nun erlöst werden: 0,38 M.

In Folge der schlechten Rentabilität der Produktewerden die Pachtpreise eher fallen als steigen.

Die Prachtpreise der Gcmeindeländereien sind abernicht von Belang und Einfluss auf eine Rentabilitätsrech-nung.

Anders jedoch verhält es sich mit den Pachtpreisen derbesser gelegenen Grundstücke der todten Hand und auchder grösseren Besitzer, welche noch vom Ihrigenverleimen(verpachten); hier ist schon mehr Konkurrenz vorhanden,und die Pachtpreise guter Aecker betragen da 2 fr.1 Gulden pro Ar.

Dieser Pachtzins ist zu hoch; es dürften indess nur diewenigsten zu diesem Preise weggegebeu sein; denn 200 fr.