EllNÄHRUNfiSWEISE DES VOT.KS.
2-1
es überein, wenn l.ecky 1 angibt, dass nach einer IU88 unge-stellten Berechnung nicht weniger als 12 400 000 Fässer ineinem einzigen Jahre gebraut wurden, obwohl die Bevölkerungwenig mehr als 5 Millionen betrug. «Im Jahre 1095, als dieAccise etwas erhöht war, sank der Verbrauch auf 11 350000Fässer, aber auch dann war beinahe der dritte Theil des urbarenLandes mit Gerste bebaut.» Der Bierkonsum war also kolossalund daher das Uebergewicht der Gerste unter den Getreidearten.Dagegen finden wir in Uebereinstimmung mit dem Ueberge-wicht der Viehzucht über den Getreidebau einen starken Ver-brauch von Weissfleisch, Milch, Butter und Käse seitens derunteren Klassen, 2 und Harrison weiss nicht genug die Mengenhervorzuheben, die besonders bei Hochzeiten, Kindtaufen und ähn-lichen Festen an solchen Lebensmitteln von den Bauern zu-sammengebracht und vertilgt würden. 3 Auch ist im Gegensatzzur Würdigung Macaulay’s 4 hervorzuheben, dass auch nach denAngaben King’s für 1688 der damalige Fleischkonsum derunteren Klassen im Vergleich zu späteren Zeiten keineswegs soganz ungünstig erscheint. Vielmehr hat Macaulay stark über-trieben, wenn er angeblich auf King’s Autorität hin angibt, dasses «Hundertausende von Familien gab, die kaum wussten, wieFleisch schmeckt. » Nach King assen nämlich unter einerBevölkerung von 5 500 000 Menschen gegen 2 700 000 täglichFleisch, von den übrigen 2 800 000 Menschen 1 540 000 wenig-stens zweimal wöchentlich Fleisch, während 24 000 entwederKranke oder Kinder unter 13 Monaten waren. Es blieben alsonoch 1 020 000 Menschen, die «Almosen empfiengen und folglichnicht mehr als einmal wöchentlich Fleisch genossen.» 5
1 Lecky, Geschichte Englands im 18. Jahrhundert, übersetzt vonLöwe. Leipzig 1879 I p. 512.
2 «White meats, milke, butter and cheese, which were neuer sodeere as in my time, and woont to be accounted of as oue of thechiefe staies throughout the Hand, are now reputed as food apper-tinent onelie to tle inferiour sort,, whilest such as are more weal-thie» etc. Harrison’s Description of England , a. a. O. p. 279.
3 Ebendaselbst p. 282.
4 Macaulay, a. a. O. II p. 171.
5 Vgl. Clialmers p. 431.