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Die Entstehung des Agrarschutzes in England : ein Versuch / von Richard Faber
Entstehung
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56 DAS RECHT ZUM HANDELSBETRIEB IM MITTELALTER.

König Johanns, welche von Hardy und Anderen veröffentlichtsind.

Aus diesen Urkunden drängt sich vor Allem eine Thatsacheauf: Wir finden Niemanden, der Handel treibt, der nicht durch einbesonderes Privileg des Königs dazu ermächtigt wäre. Niemand,sei er ein Fremder oder Einheimischer, darf auch nur reisenohne einen Geleitsbrief des Königs.' Niemand , sei er fremdoder einheimisch, darf Handel treiben ohne eine besondereLicenz des Königs. Solche Licenzen werden den Einheimischengewährt in Freibriefen, verliehen den Bürgern dieser oder jenerStadt oder den Mitgliedern der gilda mercatoria dieser oderjener Stadt . 1 2 3 Einheimische, welche einer solchen Corporationnicht angehören, und, wenn auch nur einmal, Handel treibenwollen, bedürfen dazu einer besonderen Licenz. s Im Auslandaber dürfte das Recht zum Handelsbetrieb ähnlich geordnet

1 Dabei unterschied man Geleitsbriefe de simplici protectioneund solche, die weiteren Schutz, weitere Privilegien zusicherten.Vgl. Rotuli Litterarum Patentinm p. 48, b. 49, a. 52, a. Rymer ,Foedera, enthält für das ganze Mittelalter eine Menge sowohl vonGeleitsbriefen als auch von Reiseverboten.

2 Vgl. die in den Rotuli Chartarnm (1199-12Iß), gleichfalls vonTh. Duffus Hardy herausgegeben, London 1837, enthaltenen Frei-briefe von Nottingham Rot. Chart. 39, a; York R. C. 40, b; Glou-cester R. C. 56, b; Beverley R. C. 53, b; Salisbury R. C. 54, a;Ipswich R. C. 65, b; Dunwich R. C. 51, b; Cambridge R. C. 83, b;Helleston R. C. 93, a; Wilton R. C. 125, b; Ivelcest.er R C. 130, b;Marlborough R. C. 135; Kings Lynn R. C. 138, b; Derby R. C.138, a; Andover R. C. 148, a; Great Yarmouth R. C. 175, b;Winchester R. C. 217, a (vgl. auch Brady, Historical Treatise ofCities and burghs or boroughs. 2. ed. London 1704 App. 31); Her-ford R. C. 212, b; Newcastle upon Tyne R. C. 219, b (vgl. auchCharte R. C. 86, 87;; Dunwich R. C. 211, b. Vgl. ferner Madox,History of the Exchequer, London 1711 I p. 324. Die HominesWigorniae, de Bedeford, de Norwiz, de Huntendon, de Norhanton,de Notingham, de Novo Castello super Tynam, Lincolliae, St. Albani,de Berchamstede, de Cesterfelde, die Burgenses Gloecestriae zahlenalle grössere oder geringere Gebühren ut possint emere et venderepannos tinctos sicut solebant tempore regis Ilenrici.

3 Vgl. Rot. Litt. Pat. 48, b. 50 a u. b. Auch um eine offeneHandelsgesellschaft zu gründen ist die Zahlung einer Gebühr, undzwar einer hohen, 50 Marcae, nothwendig. Madox I p. 323.