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Die Entstehung des Agrarschutzes in England : ein Versuch / von Richard Faber
Entstehung
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FORTBESTEHEN DER AUSFÜHRLICHENZEN.

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des Königthums streiften. 1 Ja noch mehr! Sogar seinen Beicht-vater bequemte er sich, dem Wunsche des Parlaments folgend,zu wechseln. 2 Und dabei muss man sich gegenwärtig halten,dass es der grundbesitzende Adel war, welcher damals imParlamente den Ton angab.

Erst nach der glorreichen Regierung Heinrichs V., zurZeit der Minderjährigkeit Heinrichs VI. scheint die Verwaltungvon dem Vorbehalte des 17. Ric. II. c. 7 einen Gebrauchgemacht zu haben, welcher die für die Getreideausfuhr alleinin Betracht kommenden, an der See gelegenen Grafschaftenbelästigte. Es klagten 3 die Gemeinen i. J. 1425, «währendsie und insbesondere die Gemeinen der Grafschaft Kent gewohnt wären, alle Arten von Getreide und Vieh und andereLebensmittel nach Calais , Guienne und an andere überseeischeOrte in der Picardie an die dortigen Leute des Königs zusenden und zu verkaufen, sowie Getreide und andere Waarennach Bordeaux und an andere überseeische Plätze ohne Behin-derung oder Licenzen, könnten sie in letzter Zeit weder Kornnoch Vieh nach den gedachten Orlen ohne Licenz des Kanzlersvon England senden und verkaufen zur grossen Behinderungund Verarmung besagter Gemeinen.» Sie verlangten daher einGesetz, welches die Ausfuhr von Korn, Vieh und anderenWaaren ohne Licenz des Kanzlers oder irgend welches anderenBeamten, selbstverständlich gegen Entrichtung der üblichenZölle gestatte. Darauf erfolgte der 4. Hen. VI. c. 5, der dasGesetz von 1393 (17. Ric. II. c. 7) wörtlich wiederholte, zumSchluss aber den Vorbehalt hinsichtlich der Befugniss desRuthes des Königs, die Getreideausfuhr zu beschränken, wennes im Interesse des Reiches sei, mit besonderem Nachdruckwiederholte.

Allein der Gebrauch, welchen der königliche Rath vondieser diskretionären Befugniss machte, scheint den Wünschender Grundbesitzer wenig entsprochen zu haben, und sie suchtensie daher durch eine mechanische Massregel zu ersetzen. Im

1 Vgl. Stubbs, Const.it. History III p. 56.

2 Rot. Pari. III p. 525 Nr. 16.

3 Rot. Pari. IV p. 307 Nr. 37.

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