BESEITIGUNG! DER AUSFUHRZÖLLE.
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Dieselbe Politik, durch Befriedigung der Sonderinteressender einzelnen Wirtschaftszweige die Interessenten und damitdas Parlament zu gewinnen, verfolgte Wilhelm aber nicht nurim ersten Jahre, sondern durchweg während seiner Regierung.Kein Jahr vergeht, dass er nicht dieses oder jenes Gewerbedurch ein Einfuhrverbot oder eine Ausfuhrbegünstigung beglückt.Bald sind es ausländische Seide oder mit Haar übersponneneKnöpfe und dcrgl., deren Einfuhr verboten wird, bald sind esEisen und andere Metalle, oder andere heimische Produkte,deren Ausfuhr erlaubt wird. Bald werden den Seeleuten Be-günstigungen zu Theil, bald werden die Landstrassen erweitertund Flüsse schiffbar gemacht, der Münzumlauf verbessert, dieBank gegründet, der Colonialhandel gefördert. Aber auch dieLandwirthschafl wird noch durch weitere Gesetze begünstigt.Das Jahr 1691 bringt ihr die Befreiung vom Ausfuhrzoll beider Ausfuhr von allen Arten von Fleisch, Butter und Kerzen(3. Gul. et Mar. c. 8). Und als es im Jahre 1699 nothwendiggeworden war, die Ausfuhrprämie für ein Jahr zu suspendiren,(11. Gul. c. 1), werden dafür gleichzeitig alle Ausfuhrzölle vomKorn, auch wenn dessen Preis die im Gesetze von 1689 fest-gesetzten Sätze übersteigt, vom 30. März 1700 an für immeraufgehoben (11. Gul. III. c. 20 § 2). In diesem Jahre warenaber die Preise so hoch, dass auch ohne besondere Aufhebungdes Gesetzes von 1689 eine Ausfuhrprämie gar nicht zu zahlengewesen wäre. Die Gesetzgebung von 1699 stellt sich daherthatsächlich lediglich als Begünstigung der Kornausführ dar.
In demselben Jahre 1699 wurden auch für Wollenwaarendie Ausfuhrzölle beseitigt, während alle übrigen Ausfuhrzölle,mit Ausnahme derjenigen auf Rohmaterialien der Tuchfabrika-tion, erst unter der Königin Anna 1721 fielen, bei der einmalherrschend gewordenen Wirthschaftspolitik ein Zeichen, dassdie übrigen Produktionszweige sich damals so weit entwickelthatten, dass auch die Ausfuhr ihrer Produkte für den National-reichthum nunmehr als wichtig erschien. Durch diese vonWilhelm III. so systematisch befolgte Politik hatte er abernicht nur seine Herrschaft gefestigt, sondern auch Parlamentund Volk willig gemacht, die unerhörten Abgaben zu tragen,welche seine Kriege ihm auferlegten.