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Präcisicrung und Rationalisierung der Wirtschaft durch das Geld,
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Steuerkraft) auf Zurückdrängung der Naturalwirtschaft, Ausbreitung der Geldwirtschafthinwirkten.
Wenn wir in der anderen Beziehung darnach fragen, was die allgemeinen Volks,wirtschaftlichen und psychologischen Folgen der Geldwirtschast gewesen seien, so müssenwir natürlich dabei ihre verschiedenen Stufen und historischen Modifikationen auch etwasim Auge behalten, werden aber doch diese Unterschiede mehr in den Hintergrund rücken,wir werden das Allgemeine, mehr oder weniger überall Eintretende voranstellen müssen.
Es ist nicht übertrieben, wenn man in der Ausbildung des ganzen Geldwesens dieEntstehung einer der wichtigsten volkswirtschaftlichen Institutionen überhaupt gesehen hat.Sagt doch Klüber: außer der Sittenlehre sind Sprache, Schrift, Geld und Post dievier größten Kulturmittel der Menschheit. Es giebt, sagt Lauderdale, keine Maschine,die so Viel Arbeit erspart. Hume parallelisiert die Naturalwirtschaft mit Bedürfnis-losigkeit, Trägheit, Roheit, Unfreiheit und vorherrschendem Ackerbau, die Geld-wirtschaft mit Fleiß, Industrie, Handel, Freiheit und Bildung. I. G. Hoffmannmeint, auch bei der größten Fülle der Natur bleiben Länder mit Naturalwirtschaftarm; der steigende Wohlstand der europäischen Länder seit 4VV Jahren, und mit ihmWissenschaft, Kunst und Gesittung beruhten wesentlich aus dem Übergang zur Geld-wirtschaft. Hoffmann möchte den verschiedenen Reichtum der einzelnen Länder Europas mit dem Alter der Geldwirtschaft in den einzelnen in Zusammenhang bringen. Es istjedenfalls richtig, daß wir als reiche, volkswirtschaftlich blühende Staaten stets inGeschichte und heutiger Vergleichung nur solche bezeichnen mit einem guten Geldwesen,mit ausgebildeter Geldwirtschaft.
Aber wir fragen mit Recht, was waren denn nun die wichtigsten direkten Folgendes Geldes. Ich betone ein erstes. Indem die Edelmetallprägung sich nach und nachdurchsetzte, indem alle wirtschaftlichen Vorgänge auf Münze und Geld bezogen wurden,rückte das Geld über alle anderen Güter und Waren empor, es wurde das begehrtestewirtschaftliche Gut, die disponibelste Ware, mit der man alles kaufen, mit der manam besten thesaurieren, Zahlungen überall hin machen konnte; das Geld wurde so derTauschmesser und Tauschmaßstab für alle anderen wirtschaftlichen Werte; diese wurden soauf einen Nenner gebracht, vergleichbar gemacht; sie erreichten nun so Genauigkeit, zahlen-mäßige Bestimmtheit; alle anderen Güter erhielten damit neben ihrer technisch natürlichenBrauchbarkeit eine in Geld ausgedrückte abstrakte Gebrauchs- und Vermögensqualität,die Eigenschaft, in der das Geld sie vertreten kann. Die Produktionsmittel wurden aufdiese Weise zu einem in Geld geschätzten Kapital; der Kapitalverkehr konnte nur in derForm der Geldwerte seine höhere Ausbildung gewinnen. Nur mit Geldwerten konnteman Roh- und Reinertrag berechnen, durch die Buchführung in Geld eine Kontrolleund Übersicht aller wirtschaftlichen Vorgänge schaffen; nur so konnte man rationellkontrollieren, ob man mit Gewinn oder Verlust arbeite und wirtschafte, ob die Aus-Wendungen dem Erfolge entsprächen. Die vollendet kluge und klare Rationalität allesWirtschaftslebens ist nur mit uud durch das Geld und durch die Geldrechnung ent-standen. Der bekannte Vergleich vom Geld- mit dem Blutumlauf hat feine Wurzelin der Geldqualität, die alle Waren und Leistungen annehmen; man sagt, wie alleNahrung sich in Blut umsetzt und in dieser Form alle Organe nährt, so setzt sich allewirtschaftliche Gütererzeugung heute in Geldwert um, alles Einkommen ist ebenfallsGeldwert und setzt sich nun durch Einkauf wieder in verbrauchliche Güter um.
Der zweite zu erwähnende Punkt ist folgender: die höhere Vergesellschaftung durchArbeitsverbindung und -teilung, durch Verkehr und Handel ist auch ohne Münzgeldmöglich, aber schwierig; die Zahl der ohne Geld zu verbindenden Menschen ist gering, dieSteigerung ihrer Leistung ist mäßig. Das Geld ist es, das größere Menschengruppen inStaat und Gemeinde viel leichter zum Zusammenwirken und zur Arbeitsteilung bringt,das der letzteren erst die volle Durchführung, ihre bedeutenden, ja riesenhaften Erfolge er-möglicht, das erst die lebendigen Märkte, den großen Handel und Verkehr schafft. Einsehr erheblicher Teil dessen, was man der Arbeitsteilung und dem Verkehr nachrühmt,was sie an Wertsteigcrung, an Potenzicrung der Arbeitsleistungen schaffen, dankt man
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre, II, l,-« Aufl. 7